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Birgit Melcher und Bernhard Wolff bei einer Probe

Foto: APA/RUBERT LARL/ LANDESTHEATER INNSBRUCK
Innsbruck - In den Kammerspielen des Tiroler Landestheaters hat am kommenden Samstag "Ein Sportstück" von Elfriede Jelinek Premiere, das bei der Uraufführung am Wiener Burgtheater 1998 in der monumentalen Inszenierung von Einar Schleef mit der ungewöhnlichen Aufführungsdauer von acht Stunden Furore machte. Als erste österreichische Bühne nach der Uraufführung spielt Innsbruck nun das Werk der Nobelpreisträgerin nach, das hier zu inszenieren Thomas Oliver Niehaus und das Tiroler Landestheater lange vor der hohen Auszeichnung Elfriede Jelineks entschieden hatten.

Schon der Spielort deutet an, dass es sich hier um eine Art Kammerfassung handelt, zu der die Autorin ihr Einverständnis signalisiert hat. Immerhin wird sich das Publikum nicht nur auf die ungewohnte Beginnzeit von 19 Uhr, sondern auch auf einen dreieinhalbstündigen Abend einzustellen haben, was allein schon eine sportliche Herausforderung ist. Die Anstrengung ist also auf beide Seiten der Rampe verteilt.

In der Sportstadt

"Ein Sportstück" in der Sportstadt Innsbruck - eine perfekte Gedankenverbindung, denn hier wird der Sport tatsächlich wie kein anderes Massenvergnügen verherrlicht. In der Aufführung wird es aber keine Sportler-Aufmärsche geben, auch geht es nicht so sehr um den Vormachtkonflikt von Sportevents oder Kultur. Vielmehr betont Regisseur Niehaus, der in Innsbruck immer wieder schlüssige und originelle Inszenierungen geboten hat, dass es ihm hier vor allem um die Frage zu tun ist, wie sich das Individuum gegenüber der Masse behaupten kann. Im Zentrum der Auseinandersetzung mit dem Massenphänomen Sport, "eines meiner Hass-Themen" sagt Jelinek, steht die Gewalt, prallen Generationen und Geschlechter aufeinander und zeigen sich die verschiedensten gesellschaftlichen Auswirkungen.

Auf der von Helfried Lauckner gestalteten Bühne, in den Kostümen von Bettina Munzer agieren 14 Damen und Herren des Schauspielensembles; den "Chor" vertritt ein Einzelner. Nach der Premiere am 19. März folgen sechs Vorstellungen im April. (APA)