Bild nicht mehr verfügbar.

Eine Neuauflage des Matchs Strabag gegen Porr steht beim Gesundheits- und Themenressort Bad Gleichenberg bevor

Foto: APA/ROBERT FRANKL
Bad Gleichenberg - Es herrscht Aufregung im traditionsreichen oststeirischen Kurort Bad Gleichenberg. Der Plan von Magna-Topmanager Siegfried Wolf, die alte Gleichenberger Therme gemeinsam mit einem Konsortium in einen "Wellness-Cluster" umzubauen, hat Bewegung in den Badeort gebracht. Die Wolf-Gruppe (HGI Beteiligungs AG) will gemeinsam mit der Health Care Company (HCC) 60 Mio. Euro investieren. Doch nun könnte das Investment platzen.

Wolf schließt nicht aus, sein Thermenprojekt zurückzuziehen, wenn beim Ausschreibungsverfahren für das an die Therme angrenzende "Berufskrankheitszentrum der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB)" "irgendwelche Zweifel" auftauchen sollten und seine Gruppe nicht zum Zug komme.

Wellness-Cluster Zweitbieter ist eine Tochter der den Versicherungen Uniqa, Städtische und Merkur gehörenden Humanomed, die - so wird in Gleichenberg und auch innerhalb der SVB kolportiert - von der Versicherungsanstalt favorisiert wird. Wolfs Gruppe benötigt aber dieses Reha-Zentrum der Bauern, es soll integraler Bestandteil des Wellness-Clusters werden. Das Pikante daran: Bei den beiden Bietern für das Reha-Zentrum stehen im Hintergrund im weiteren Sinne Porr und Strabag.

Siegfried Wolf warnte am Donnerstag im STANDARD-Gespräch: "Die steirische Landesregierung hat mich gebeten, mich hier zu engagieren, das hab ich gemacht. Als wir gehört haben, dass die Bauernversicherung hier zusperrt, haben wir diese Gesamtlösung mit der Therme geplant. Das Reha-Zentrum passt gut dazu, wir brauchen das. Ich gehe davon aus, dass jetzt keine Spielchen gemacht werden. Wenn das Gesamtkonzept nicht geht, müssen wir die Situation hier neu überdenken. Es wäre für uns ein Schlag ins Gesicht. Die Leute müssen begreifen, dass man als Investor viele Möglichkeiten hat."

Die Gleichenberger Bürgermeisterin Christine Kleinschuster bemüht sich um Neutralität, alles, was im Ort investiert werde sei notwendig, allerdings, "wenn es schon Synergien gibt, dann ist es sicher gut, wenn man diese nutzen könnte."

Der bei der Sozialversicherungsanstalt der Bauern zuständige Koordinator Johannes Taferner gibt sich bedeckt: "Wir sind in der Stillhaltefrist. Es liegen zwei Angebote vor. Es gibt nur die Präferenz des Bestbieters. Uns ist es letztlich egal, wer die bäuerliche Sonderkrankenanstalt in ihrer Existenz sicher stellt." Die Sozialversicherung der Bauern habe ausschließlich ihre Interessen zu vertreten. Taferner: "Wir haben in Bad Gleichenberg das Berufskrankheitenzentrum und das wollen wir sichern." Die Entscheidung soll Anfang April fallen. (Walter Müller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.3.2005)