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Grafik: APA/na
Wien - Die auf extrem hitzebeständige Materialien spezialisierte RHI will die Produktionskosten in Europa durch verstärkte Automatisierung zurückdrängen und gleichzeitig ihr Engagement in Asien verstärken. Betroffen ist unter anderem das Werk Radenthein. In den nächsten 1,5 Jahren sollen allein am Kärntner Standort rund sechs Mio. Euro in Arbeit sparende Prozesse investiert werden. 40 der 400 Arbeitsplätze fallen dort weg.

"Der überwiegende Teil des Stellenabbaus ist durch natürliche Abgänge, vorzeitiges Ausscheiden von Mitarbeitern oder Pensionierungen bewältigbar", sagte RHI-Chef Herbert Draxler am Rande der Bilanzpräsentation am Donnerstag dem STANDARD. Mitte der neunziger Jahre gab es im Zuge einer ersten Automatisierungswelle schon einmal einen Personalschnitt in Radenthein: damals mussten 200 Mitarbeiter gehen.

Preiserhöhungen

Während auch an anderen Standorten in Europa die Kostenbremse angezogen bleibt, gibt RHI vor allem in China kräftig Gas: Nach der erst im Herbst erfolgten Eröffnung des Werks in der Stadt Dalian, dem zweiten der RHI in China, wird die Kapazität dort nun von 40.000 auf 100.000 Jahrestonnen aufgestockt. Die Zahl der Mitarbeiter in Dalian wird im Laufe des Jahres 2006 von 200 auf 500 aufgestockt.

Dank der guten Stahlkonjunktur hat RHI 2004 einen Rekordgewinn verbucht. Das Betriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich um 11,1 Prozent auf 135,6 Mio. Euro (siehe Grafik). Dabei stand das Unternehmen noch 2001 mit Schulden von mehr als einer Mrd. Euro und Tausenden Asbestklagen am Hals, die man sich durch Firmenübernahmen in den USA eingehandelt hatte, knapp vor dem Aus. Inzwischen hat sich der Schuldenberg auf 290 Mio. Euro verringert.

Heuer rechnet das RHI-Management mit weiteren Zuwächsen sowohl im Feuerfest-als auch im Dämmstoffbereich (Heraklith). Die höheren Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten sollen durch Preisaufschläge kompensiert werden.

Mit einer Dividende könnten die Anleger wieder ab 2007 rechnen, wenn das von den Banken zur Verfügung gestellte zinsfreie "Mezzaninkapital" in Höhe von 400 Mio. Euro zurückgezahlt sei, sagte Finanzvorstand Franz Zehetner. Die Unternehmensgruppe beschäftigt an 35 Standorten rund 8000 Mitarbeiter, 2200 davon in Österreich. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.3.2005)