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Foto: APA/EPA/Jensen
Sepang/Malaysia - Das österreichische Red-Bull-Team ist auch im zweiten Formel-1-WM-Lauf in Malaysia für eine Überraschung gut, wie das Freitagtraining gezeigt hat: Christian Klien erreichte in den beiden freien Sessions die Ränge 14 sowie zwölf und verlor als 16. der Gesamttageswertung nur etwas mehr als eine Sekunde auf die Toppiloten Juan Pablo Montoya, Kimi Räikkönen (beide McLaren-Mercedes) oder Australien-Sieger Giancarlo Fisichella im Renault. Und auch für Patrick Friesacher verlief sein Sepang-Debüt positiv, da er den Rückstand auf das Jordan-Team im Vergleich zu Melbourne deutlich verkürzte.

Tagesschnellster auf dem 5,543 Kilometer langen, in Hibiskus-Form angelegten Kurs südlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur war Toyota-Testfahrer Ricardo Zonta aus Brasilien, der mit leeren Tanks die überlegene Bestzeit von 1:34,092 Minuten erzielte. Von den Toppiloten folgte Montoya (+1,528) unmittelbar hinter Felipe Massa im Sauber (+1,052 Sek.) als Bester auf Rang vier. Weltmeister Michael Schumacher kam im Ferrari auf die elfte Zeit.

Couthard vier Zehntel vor Klien

Während Red-Bull-Testpilot Vitantonio Liuzzi mit wenig Sprit hinter Montoya auf Platz fünf landete, lag der schottische Routinier David Coulthard, Vierter des Australien-GP, als 14. nur knapp 0,4 Sekunden vor seinem Teamkollegen Klien. "Ich habe heute nur 'Longruns' gemacht und bin noch nicht mit Qualifying-Abstimmung für Samstag gefahren. Dafür waren wir wieder super dabei. In der Startaufstellung sollte damit für mich ein Platz von acht bis zwölf möglich sein", lautete der zufriedene Kommentar von Klien, der in der Nachmittagssession auch Testaufgaben von Liuzzi hatte übernehmen müssen.

Der Italiener übertrieb es nämlich wie schon in Melbourne, wo er nach zehn Minuten der zweiten Session von der Strecke geflogen war. Diesmal war sogar bereits nach fünf Minuten Schluss: Nach einem Dreher steckte Liuzzis Red-Bull-Bolide im Kiesbett fest. Auch Klien verzeichnete auf der durch die extreme Hitze - Asphalttemperaturen von bis zu 58 Grad! - sehr rutschigen Strecke einen Dreher, allerdings ohne jeglichen Schaden an seinem Auto.

Friesacher steigerte sich

Ohne Dreher kam dagegen Friesacher durch, der sich in der zweiten Session mit einem neuen Unterbodenschutz gleich um 2,5 Sekunden gegenüber dem Vormittagstraining steigerte und damit im weiterhin klar unterlegenen Minardi nicht einmal mehr 1,5 Sekunden hinter Jordan-Pilot Tiago Monteiro aus Portugal lag. Als 23. war er auch schneller als sein niederländischer Teamkollege Christijan Albers, der mit dem 24. und letzten Platz vorlieb nehmen musste.

"Wir haben hier ein viel besseres Set-Up als in Melbourne gefunden", betonte Friesacher, der glaubt, dass er am Samstag weiteren Boden auf den direkten Konkurrenten Jordan gutmachen kann. "Viel wird es nicht, doch ein bisschen sollte noch für uns drinnen sein."

Auch mit der Hitze von 39 Grad Celsius im Schatten kam der Wolfsberger relativ gut zurecht. "Während der Fahrt im Auto ist es gar nicht so arg", meinte der Kärntner, der seinen Premieren-GP vor zwei Wochen in Melbourne auf Platz 17 beendet hatte.

Elektronikschaden bei Klien

Während Friesacher vollauf zufrieden war und sich schon auf den neuen Minardi, der am 24. April in Imola sein GP-Debüt geben wird, freut, hatte Klien, der gegen Trainingsende überraschend liegen geblieben war, zwei Stunden der Ungewissheit zu überstehen. Auf Grund eines Telemetrie-Fehlers benötigten seine Ingenieure lange, um einen Elektronikschaden als Ursache für den Ausfall festzustellen. Zunächst war sogar ein Motorschaden befürchtet worden, der den 22-Jährigen in der Startaufstellung weit zurückgeworfen hätte.

Auch Champion Schumacher war mit dem Verlauf des Freitags zufrieden, da sowohl McLaren als auch Renault für Ferrari in Reichweite liegen dürften. "Die alte Lady kann es noch", meinte der 36-jährige Deutsche, der wohl schon in zwei Wochen in Bahrain erstmals mit dem neuen Ferrari F2005 antreten dürfte.(APA)

Ergebnisse von den beiden Freien Trainings am Freitag für den Formel-1-Grand-Prix von Malaysia am Sonntag auf dem 5,543 km langen Kurs in Sepang (Wertung mit besserer Zeit aus beiden Sessions):

 1. Ricardo Zonta (BRA) Toyota                1:34,092 *
                                     (Schnitt: 212,078 km/h)
 2. Pedro de la Rosa (ESP) McLaren-Mercedes   1:35,144 *
 3. Felipe Massa (BRA) Sauber-Petronas        1:35,608
 4. Juan Pablo Montoya (COL) McLaren-Mercedes 1:35,620
 5. Vitantonio Liuzzi (ITA) Red-Bull-Cosworth 1:35,691 *
 6. Kimi Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes     1:35,719
 7. Ralf Schumacher (GER) Toyota              1:35,838
 8. Giancarlo Fisichella (ITA) Renault        1:35,841
 9. Rubens Barrichello (BRA) Ferrari          1:35,949
10. Jenson Button (GBR) BAR-Honda             1:35,992
11. Michael Schumacher (GER) Ferrari          1:36,011
12. Fernando Alonso (ESP) Renault             1:36,103
13. Nick Heidfeld (GER) Williams-BMW          1:36,551
14. David Coulthard (GBR) Red-Bull-Cosworth   1:36,575
15. Jarno Trulli (ITA) Toyota                 1:36,841
16. Christian Klien (AUT) Red-Bull-Cosworth   1:36,968
17. Mark Webber (AUS) Williams-BMW            1:36,989
18. Takuma Sato (JPN) BAR-Honda               1:37,044
19. Robert Doornbos (NED) Jordan-Toyota       1:37,878 *
20. Jacques Villeneuve (CAN) Sauber-Petronas  1:38,121
21. Narain Karthikeyan (IND) Jordan-Toyota    1:38,855
22. Tiago Monteiro (POR) Jordan-Toyota        1:39,571
23. Patrick Friesacher (AUT) Minardi-Cosworth 1:40,940
24. Christijan Albers (NED) Minardi-Cosworth  1:41,156
* Als Ersatzfahrer nur für freies Training zugelassen

Mit einem * gekennzeichnete Fahrer nehmen am Sonntag nicht am Rennen teil.