Ramsau - Heute morgen saß Felix Gottwald schon wieder im Kreis der Interviewpartner, doch ob er am Samstag (14:00/16:00) den WM-Kombinationssprint bestreitet, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Der Österreicher, der am Donnerstag im Mannschaftsbewerb nach seiner 5 km-Schleife kollabierte und auch 24 Stunden später noch gezeichnet war, wollte aber unbedingt an den Start gehen. "Für was muß ich mich schonen, für Lahti und Zakopane (Weltcup-Anm.) brauch' ich mich nicht zu schonen", sagte der 23jährige Zeller, der als besonders ehrgeizig bekannt ist. "Mir ist das ziemlich unter die Haut gegangen", meinte Cheftrainer Günther Chromecek zum Einbruch von Gottwald. "Er hat seine Energiereserven total ausgeschöpft, man muß sich das vorstellen wie ein Auto, das kein Benzin mehr hat." Immerhin sei auch die Arbeit eines Jahres innerhalb kürzester Zeit zerstört worden. Never surrender "Ich habe mich bei der Abfahrt nicht so erholt wie erwartet. Vielleicht waren es die Leute und die Euphorie im Rücken, daß ich mich da in was hineinhetzen habe lassen", blickte Gottwald zurück. Aufgeben war für Gottwald nicht in Frage gekommen, schon gar nicht im Mannschaftsbewerb. Erst einmal - in Steamboat Springs 1996 - hat der Zeller aufgegeben. "Damals habe ich mir gesagt, "das passiert mir nie wieder." Ein Tag für die Regeneration ist natürlich nicht viel, noch am Vormittag fühlte er sich nicht besonders gut. "Der Hunger ist noch nicht so da. Wenn ich mich am Nachmittag auch wie ein Kaugummi fühle, werde ich wohl nicht starten." Die Entscheidung traf Dr. Peter Baumgartl am (heutigen) nachmittag.(APA)