Philadelphia - Neuer Ansatz im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: Amerikanische Wissenschafter haben entdeckt, dass ein bereits bekanntes Molekül das Wachstum und die Ausbreitung dieses extrem bösartigen Tumors kontrolliert. Die Forscher der US-Mayo Clinic hoffen, mit dieser Entdeckung die tödliche Krankheit besser bekämpfen zu können.

Nach einem Bericht der Zeitschrift "Cancer Research" reguliert das Molekül mit der Bezeichnung GSK-3 Beta die Wirkungsweise eines anderen Proteins, des NF Kappa B. Von diesem war bereits bekannt, dass es in Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders aktiv ist und die heilende Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigen kann.

Inaktivierung des Moleküls hemmt Tumorwachstum

Wie die Wissenschafter jetzt zeigen konnten, würde eine Inaktivierung des Moleküls zur Reduzierung von NF Kappa B führen, was wiederum das Wachstum der Krebszellen hemmen und die Wirkung einer Chemotherapie steigern könnte. Nach Ansicht der Forschergruppe ist diese Entdeckung ein neuer Weg zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs, gegen den es bisher keine wirksame Behandlungsmethode gebe.

Krebs der Bauchspeicheldrüse, die Verdauungsenzyme und körpereigene Hormone wie das Insulin produziert, ist zum Beispiel die fünfthäufigste tumorbedingte Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr erkranken in dem Land rund 10.000 Menschen an einem Pankreaskarzinom. Weniger als zehn Prozent der Betroffenen überleben die Diagnose länger als fünf Jahre. Bessere Chancen haben lediglich Patienten, deren Tumor frühzeitig entdeckt und entfernt werden kann. Dies ist aber nur in etwa 20 Prozent der Fälle möglich. (APA/AP)