San Francisco - Erstmals hat ein US-Gericht am Montag einer krebskranken Raucherin Schmerzensgeld zugesprochen, die erst nach Einführung der Gesundheitswarnungen auf amerikanischen Zigarettenschachteln vor 31 Jahren mit dem Rauchen begonnen hat. Die Jury des Obergerichts in San Francisco verurteilte die Tabakkonzerne Philip Morris und R.J. Reynolds Tobacco Holdings Inc in zwei Entscheidungen zur Zahlung von insgesamt 21,7 Millionen Dollar (22,3 Mill. Euro/307 Mill. S). Die 40-jährige Mutter Leslie Whiteley leidet nach 25-jährigem Zigarettenkonsum an Lungen- Leber und Gehirnkrebs. In dem Urteil heißt es, beide Zigarettenhersteller hätten die Öffentlichkeit über die Gefahren des Rauchens absichtlich in die Irre geführt, obwohl sie vorgeschriebene Warnhinweise auf den Schachteln veröffentlichten. Die Warnhinweise waren in den USA 1969 eingeführt worden. Beide Tabakkonzerne kündigten Berufung an. Das Gericht hatte Whiteley vergangene Woche zunächst 1,7 Millionen Dollar zugesprochen, bevor es die Summe mit einem Strafschmerzensgeld von 10 Millionen Dollar je Unternehmen am Montag erhöhte. (APA)