Kampala - Ugandische Rebellen haben nach UN-Angaben im Norden des Landes bis zu 50 Kinder entführt. Dies habe die UNO aus Sicherheitskreisen erfahren, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Die Angaben seien noch sehr dürftig. Eine Delegation werde am Samstag in die Region reisen. Ein Vertreter der Katholischen Kirche in Gulu sagte, Rebellen der "Widerstandsarmee des Herrn" (Lord's Resistance Army, LRA) hätten ein Dorf im Bezirk Apac überfallen und zahlreiche Kinder entführt. Die UNO sprach von der größten Verschleppungsaktion in Uganda seit Monaten.

Die Angaben über die Zahl der Entführten variierten. Ein Militärsprecher sagte, die Armee habe am Freitag zehn Kinder aus den Händen der Rebellen befreien können. Wie viele insgesamt verschleppt worden seien, sei jedoch unklar. Bei einem zweiten Feuergefecht wurden nach Angaben eines zweiten Sprechers 13 weitere Kinder befreit.

Tausende Kinder verschleppt

Die UNO hatte im Herbst die Gewalt gegen Kinder im Bürgerkriegsgebiet von Uganda angeprangert. Die Rebellen der LRA sollen seit Beginn des Konfliktes im Norden Ugandas zwischen 12.000 und 20.000 Kinder verschleppt haben. Die Kinder werden als Kindersoldaten benutzt und häufig auch sexuell missbraucht.

Die Rebellenorganisation LRA zieht seit 1988 eine Spur der Gewalt durch den Norden Ugandas. Sie kämpft gegen Präsident Yoweri Museveni und strebt die Gründung einer Regierung an, die auf ihrer fanatischen Auslegung des Christentums basiert. In dem Konflikt sollen nach übereinstimmenden Schätzungen bislang mindestens 100.000 Menschen getötet worden sein. Weitere 1,6 Millionen Menschen wurden durch den Bürgerkrieg vertrieben worden. (APA)