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Die Swiss soll eine eigenständige Tochter der Lufthansa mit eigenem Management und eigenem Verwaltungsrat bleiben.

Foto: EPA/Bieri
Bern/Zürich - Mit einer Sondersitzung des Schweizer Bundesrats sind die Verhandlungen über den Verkauf der Swiss an die Lufthansa am Dienstagmorgen in die Schlussphase getreten. Informationen wurden erst am frühen Abend erwartet, nach der Bekanntgabe der Beschlüsse der Aufsichtsgremien der beiden Fluggesellschaften.

Bund hält 20,4 Prozent

Dem Vernehmen nach war am Dienstagmorgen auch eine Delegation des Regierungsrats des Kantons Zürich in Bern. Der Kanton Zürich ist hinter dem Bund und der Großbank UBS mit einer Beteiligung von 10,2 Prozent der drittgrößte Aktionär der Schweizer Airline. Wie der Bund mit seinen 20,4 Prozent muss der Kanton Zürich entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen er bereit ist, den Anteil an der Swiss an die Lufthansa abzutreten.

Die Beschlüsse der Großaktionäre sollten anschließend den beiden Airlines mitgeteilt werden, die am Nachmittag bei getrennten Sitzungen ihrer Aufsichtsgremien über den Deal befinden wollen. Informationen werden erst nach Handelsschluss an der Deutschen Börse gegen 18.00 Uhr erwartet. Der Handel mit Swiss-Aktien an der Schweizer Börse war bereits am Montag vorsorglich eingestellt worden.

Bekanntgabe noch am Dienstag

Beobachter erwarten, dass die Übernahme bereits heute, Dienstag, bekannt gegeben wird. Gäbe es einen Verkauf an die Lufthansa, könnte die Swiss mit Spareffekten in Höhe von rund 300 Mio. Franken (194 Mio. Euro) jährlich rechnen. Weitere 200 Millionen Franken könnte die Lufthansa investieren, diese Gelder sollen allerdings an Zugeständnisse der Swiss-Piloten gekoppelt sein.

Den Kleinaktionären bietet Lufthansa 60 bis 70 Mio. Franken. Die Großaktionäre erhalten nach Informationen der "NZZ" einen symbolischen Betrag und einen "Besserungsschein", der an die positive Kursentwicklung der Lufthansa-Aktie gekoppelt ist. Maximal müsste die Lufthansa eine halbe Milliarde Franken bezahlen. Zudem übernehme die Lufthansa Nettoschulden von 600 Mio. Franken und außerbilanzielle Verpflichtungen von 500 Mio. Franken.

Flotte seit Gründung halbiert

Der Swiss wollte es bisher nicht recht gelingen, aus eigener Kraft abzuheben. Die Flotte und die Zahl der Angestellten wurden seit der Gründung der Airline nahezu halbiert. Die Versuche, einer Luftfahrt-Allianz beizutreten, blieben ohne Erfolg.

Die Airline schrieb auch im vergangenen Jahr noch rote Zahlen. Erst für 2006 wurde ein Gewinn in Aussicht gestellt. Doch selbst damit wäre ein eigenständiges Überleben der Gesellschaft nicht garantiert. Allein zur Erneuerung der Flotte stehen Investitionen von mehreren Hundert Millionen Franken an. (APA/dpa/sda)