Paris - Die US-Regierung wird dem Iran nach Einschätzung des Chefs der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), Mohamed el Baradei, bei einem Verzicht Teherans auf Atomwaffen Sicherheitsgarantien geben müssen. "Zu gegebenem Zeitpunkt müssen sich die Vereinigten Staaten direkt einschalten", sagte Baradei am Montag bei einer internationalen Konferenz zur Zukunft der Atomindustrie in Paris. Für die Gespräche zwischen der EU-Troika aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland einerseits und dem Iran andererseits sieht ElBaradei nach eigenen Angaben nicht die Gefahr des Scheiterns. Solange diese Gespräche fortgesetzt würden und der Iran kein atomwaffenfähiges Plutonium produziere, befänden sich die Beteiligten "auf dem richtigen Weg". In der Frage der Sicherheitsgarantien für den Iran seien letztlich die USA gefragt, betonte Baradei. Die regionale Sicherheit im Nahen Osten sei "nicht Sache der Europäer". Washington hatte von Teheran einen Verzicht auf Atomwaffen verlangt. Russland vereinbarte im Februar mit Teheran die Lieferung von Uran-Brennstäben für den Betrieb des Atomkraftwerks Bushehr im Süden Irans. Nach Einschätzung des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der Iran das Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie. Diese Ansicht vertraten nach einem Treffen mit Putin in Paris am Freitag auch Frankreichs Präsident Jacques Chirac und der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Die Rücklieferung der im Iran verbrauchten Brennstäbe nach Russland soll von der IAEO überwacht werden. (APA)