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Wien - Bis zu zehn Prozent der Holzimporte nach Österreich stammen aus illegalen Quellen. Jährlich werden bis zu drei Mio. Festmeter illegales Holz - und somit fast doppelt soviel wie bisher angenommen - vor allem aus Osteuropa und Russland nach Österreich importiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle WWF-Studie, die am Montag in Wien präsentiert wurde. "Holz ist einer unserer wichtigsten und nachhaltigsten Rohstoffe und Österreich ist ein großer Player in der globalen Holz- und Papierindustrie. Unsere Industrie und unsere Regierung dürfen diese Schattenwirtschaft nicht unterstützen und darum muss ein sofortiges Importverbot für illegales Holz gefordert werden", erklärte Gerald Steindlegger vom WWF Österreich.

Illegales Holz kommt überwiegend aus Osteuropa und Russland und wird entweder als Direktimport oder über Transitländer wie Deutschland nach Österreich importiert. Während die Herkunft von Tropenhölzern wie Teak oder Mahagoni schlechter zu verschleiern ist, werden die Konsumenten bei der Herkunft von europäischen Holzarten in die Irre geführt. "Holz hat kein Mascherl oder Pickerl, wir können nicht feststellen, ob es aus einer illegalen Quelle kommt. Der Schaden, der durch die Rodungen für die Natur entsteht ist immens, doch der Handel mit illegalem Holz ist ein milliardenschweres Geschäft", erklärte Steindlegger.

Bis 700.000 ha illegal

Der tatsächliche Import von illegalen Hölzern nach Österreich wird von den Experten auf 1,5 bis drei Mio. Festmeter jährlich geschätzt. Dies sind umgerechnet 325.000 bis 700.000 ha und entspricht somit im Extremfall dem gesamten Holzbestand Österreichs, der bei 600.000 ha liegt.

Durch die kriminellen Praktiken im Holzhandel - zu denen das Schlägern ohne Genehmigung, Bestechung, Schmuggel und Steuerhinterziehung zählen - entgehen der weltweiten Holzwirtschaft jährlich bis zu 15 Mrd. Dollar. Denn durch die illegalen Machenschaften wird der Holzpreis um sieben bis 16 Prozent gedrückt, erklären die Experten. "Jeder zehnte bis zwanzigste Stuhl auf dem Sie beispielsweise im Kaffeehaus sitzen, wurde aus illegalen Hölzern gefertigt", so Steindlegger.

Als Konsequenz fordern die WWF-Experten nun ein gesetzliches Verbot von Import und Handel mit illegalem Holz und eine Erweiterung der Vergabe von Exportkrediten und Subventionen um verbindliche Umwelt- und Sozialstandards. Die Einführung von Partnerschaften mit Herkunftsländern, das Erstellen von Richtlinien und die Umstellung auf das vom Weltwaldrat (Forest Stewardship Council) lancierte FSC-Gütesiegel, sollen weitere Methoden bei der Unterbindung von illegalem Holzhandel sein. "Österreich muss handeln. Durch eine Zertifizierung und die Möglichkeit der Rückverfolgung von Produkten wollen wir künftig ausschließen, dass Kunden auch weiterhin Produkte, die aus illegalem Holz gefertigt wurden, kaufen", erklärte Marc-Alexander Groß vom WWF. (pte)