Bagdad - Die im Irak dominierende Schiiten-Allianz soll in der neuen Regierung des Landes mehr als die Hälfte der Ministerposten bekommen. Wie Jawad al-Maliki von der Allianz der irakischen Zeitung "Al-Sabah" ("Der Morgen") vom Mittwoch sagte, wird sie mindestens 16 der insgesamt fast 30 Ressorts besetzen. Die Schiiten-Allianz hatte bei den Parlamentswahlen Ende Jänner eine knappe absolute Mehrheit erreicht.

Muwaffak al-Rubai von der Allianz sagte am Mittwoch in Bagdad, die Führungspositionen würden auf einer Parlamentssitzung am kommenden Samstag besetzt. Die Regierungsbildung werde bis zum Monatsende abgeschlossen sein. Zuerst müssen die 275 Abgeordneten den Präsidenten und seine beiden Stellvertreter wählen, die dann ihrerseits einen Ministerpräsidenten vorschlagen.

Sieben Minister für Kurden

Die Schiiten werden laut al-Maliki künftig unter anderem für die Ressorts Inneres, Finanzen, Justiz und Bildung zuständig sein. Die Kurden sollen als zweitstärkste Fraktion dem Vernehmen nach rund sieben Ministerposten bekommen. Der Rest geht an sunnitische Araber und Vertreter ethnischer und religiöser Minderheiten. Es wird erwartet, dass der Kurde Hoshyar Zebari Außenminister bleibt.

Der designierte Ministerpräsident Ibrahim al-Jaafari sagte im TV-Sender Al-Irakiya am Mittwoch, man sei sich über die Besetzung aller Ministerposten einig. Al-Maliki sagte dagegen, die Ressorts Öl und Kommunales seien noch umstritten. (APA/dpa)