Wien - Der dritte Träger des Ernst Jandl Lyrik-Preises ist der österreichische Dichter und Schriftsteller Michael Donhauser (48), gab das Bundeskanzleramt am Mittwoch in einer Aussendung bekannt. "Michael Donhauser ist ein unzeitgemäßer Dichter, der seine poetischen Landschaften fernab der Trends und Moden entwirft und es versteht, auch kleine Dinge und Beobachtungen in Poesie zu verwandeln", so Kunststaatssekretär Franz Morak (V) in der Aussendung: "Seine Werke sind von einer stillen Sprache ohne Effekte geprägt".

Der seit 2001 zweijährlich verliehene und mit 14.600 Euro dotierte Preis wird am 18. Juni im Rahmen der Ernst-Jandl Lyrik-Tage (17. bis 19. 6.) in Neuberg an der Mürz (Steiermark) in Anwesenheit von Friederike Mayröcker überreicht. Donhauser ist der erste österreichische Preisträger des Ernst Jandl-Preises.

Biografie

Donhauser wurde am 27. Oktober 1956 als österreichischer Staatsbürger in Vaduz (Liechtenstein) geboren. Er studierte Germanistik und Romanistik, erste Veröffentlichungen folgten 1986. Sein Werk umfasst u. a. die Prosa-Gedichte "Die Wörtlichkeit der Quitte", den Lyrikband "Sarganserland" sowie Rimbaud-Übersetzungen. Zuletzt erschienen "Vom Schnee", "Venedig: Oktober", halbe Sonette und "Vom Sehen".

Bisher wurde Donhauser u. a. 1990 mit dem Manuskripte-Preis und 1994 mit dem Christine Lavant Lyrik-Preis ausgezeichnet, weiters erhielt er 2001 den Mondseer Lyrikpreis, 2002 den Christian-Wagner-Preis und 2004 den Meraner Lyrikpreis. Michael Donhauser lebt in Wien und Maienfeld (Schweiz). (APA)