Bagdad - Bei ihren Beratungen über die Regierungsbildung im Irak haben sich die Vertreter der wichtigsten schiitischen und kurdischen Parteien über die Aufteilung der Ministerposten geeinigt. Die Schiiten sollten 16 bis 17 Minister stellen, die Kurden sieben bis acht und die sunnitische Minderheit zwischen vier und sechs, sagte eine schiitische Unterhändlerin am Dienstag. Je ein Ministerium solle an die christliche und die turkmenische Minderheit im Irak gehen. Von kurdischer Seite wurden die Angaben bestätigt.

Kurden erhalten Ölministerium

Die Schiiten würden unter anderem das Innen- und das Finanzministerium übernehmen, sagte Unterhändlerin Maryam al-Rayes von der Vereinigten Irakischen Allianz, die 146 von 275 Abgeordneten im neuen Parlament stellt. Die Kurden sollten unter anderem den Außen- und voraussichtlich auch den Ölminister stellen. Die Sunniten sollten vermutlich das Verteidigungsministerium bekommen.

Talabani möglicher Präsident

Laut Rayes soll der Kurde Jalal Talabani Präsident werden, der Schiit Ibrahim al-Jaafari Regierungschef. Der Posten des Parlamentspräsidenten solle an die Sunniten gehen. Die Beteiligung der Liste des scheidenden Ministerpräsidenten Iyad Allawi an der neuen Regierung sei wenig wahrscheinlich. (APA/AFP)