Wien - Jener FPÖ-kritische Artikel des Europa-Abgeordneten Andreas Mölzer, der ein Hauptgrund für seinen Parteiausschluss ist, wurde nun für den "Kurt-Vorhofer-Preis" für herausragende politische Berichterstattung in Printmedien eingereicht. Der Vorschlag dazu kommt vom Herausgeber und vom Verlagsleiter der Wochenzeitung "Zur Zeit", Johannes Dengler und Walter Tributsch. Verwirrung herrscht hingegen um einen dritten Unterstützer.

Tributsch behauptet, ORF-Chefredakteur Walter Seledec habe ihm in einem persönlichen Gespräch und auch Mölzer zugesagt, die Nominierung zu unterstützen. Walter Seledec wies diese Darstellung hingegen zurück und betonte, dass nicht er, sondern sein Bruder Wilhelm, der fallweise als Autor für "Zur Zeit" tätig ist, diese Unterstützung zugesagt habe.

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Mölzer hatte in "Zur Zeit" die FPÖ als Partei dargestellt, der "Freund und Feind - mit Ausnahme der eigenen Parteiführung - bescheinigen, gescheitert zu sein". Parteichefin Ursula Haubner sei "als solche primär in ihrer Eigenschaft als Schwester begründbar", hatte Mölzer geschrieben. Vizekanzler Hubert Gorbach attestierte er zu große ÖVP-Affinität. Justizministerin Karin Miklautsch sei "im sozialistischen Milieu politisch sozialisiert und mäßig kompetent". Die drei Staatssekretäre Eduard Mainoni, Karl Schweitzer und Sigisbert Dolinschek nannte er "politisch-ideologische Leichtgewichte".

Laut Ausschreibung sollen sich die Arbeiten für den von der Journalistengewerkschaft und der "Kleinen Zeitung" vergebenen "Kurt-Vorhofer-Preis" mit Fragen der österreichischen Politik befassen. In den eingereichten Arbeiten soll u.a. "eine kritische Haltung gegenüber Machthabern aller Art zum Ausdruck kommen". Der Beitrag Mölzers erfüllt nach Meinung der Einreichenden diese Kriterien "in überzeugender Form". (APA)