Wien - Karin Landauer, nicht amtsführende Stadträtin der FPÖ in Wien und eine der Unterstützerinnen von Ursula Haubner als Parteichefin, hat sich am Donnerstag erneut für einen Verbleib von Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache in Wien ausgesprochen. Dass sich die Unterstützer eines entsprechenden Antrags für den Landesparteitag am 14. April damit der Ausweitung des erfolgreichen Wiener FP-Modells auf ganz Österreich widersetzten, bestritt sie allerdings.

"Konzentration auf Wien wäre sinnvoll"

"Strache tritt erst an, er muss diesen erfolgreichen Weg erst beweisen", argumentierte die Stadträtin. Er solle belegen, dass er den Weg seiner Vorgänger Hilmar Kabas, Rainer Pawkowicz und Erwin Hirnschall fortsetzen könne. Auch Strache selbst habe ja vor Kurzem verkündet, sich voll auf Wien konzentrieren zu wollen: "Ich denke mir, es wäre sinnvoll, wenn er das tut."

Spaltung verhindern

Sie selbst werde alles tun, um eine Spaltung der Partei zu verhindern, so Landauer: "Jeder Denkende weiß, dass das das Ende ist." Auf ihrer Seite weiß sie dabei neben vielen anderen FP-Mitgliedern auch Alt-Landesparteichef Hilmar Kabas. Nicht so sicher ist sie sich bei Strache. "Sagen tut er es", meinte sie zwar. Zu Denken gebe ihr aber das für Anfang April geplante Treffen von Partei-Rechten in Grießkirchen, an dem laut Einladung neben Andreas Mölzer und Ewald Stadler auch Strache teilnehmen könnte. Landauer: "Da weiß ich nicht, was das soll."

Landauer hat gemeinsam mit Parlaments-Klubchef Herbert Scheibner und einer Reihe von Landes- und Bezirkspolitikern einen Antrag formuliert, in dem Haubner ersucht wird, "weiterhin an der Spitze der Bundes-FPÖ zu verbleiben und für den Bundesvorsitz zu kandidieren". Strache solle dagegen als Spitzenkandidat die FPÖ-Wien in die nächste Landtags- und Gemeinderatswahl führen und "seine ganze Kraft" dafür einsetzen.

Zeitpunkt für Wiener Weg sei nicht der Richtige

Dass sie und die anderen Unterstützer des Antrags nicht wollten, dass der Wiener Weg in ganz Österreich begangen werde, "stimmt schlicht und einfach nicht", so Landauer in Bezug auf Aussagen Strache in der "Zeit im Bild" am Mittwoch. Sie halte bloß den Zeitpunkt nicht für richtig: "In weiterer Zukunft ist das wahrscheinlich wünschenswert." Sie und die anderen Antragsteller wünschten sich jedenfalls Ursula Haubner an der Parteispitze. Wer die Partei übernehmen sollte, wenn Haubner doch nicht kandidieren sollte, ließ Landauer offen: "Aber es gibt keine Anzeichen dafür." (APA)