Begonnen haben The Flying Luttenbachers als Free-Jazz-Band, doch gibt es weit mehr, das ihnen musikalisch als Inspirationsquelle zusagt. Sie scheuen nicht davor zurück, metallische und hektische Noiserock-Klänge in die Musik einzubinden und kreieren daraus ihren ganz eigenen Stil, den sie als "No Wave" bezeichnen. So etwas wie eine fixe Band gibt es bei den Amerikanern auch nicht. Walter Weasel, Kopf und einzig verbliebenes Gründungsmitglied der Band, wechselt seine Mitstreiter recht häufig und deswegen kann es auch vorkommen, dass sich die Instrumentation von Album zu Album ändert.

Doch auf Tour hält man an der klassischen Besetzung Gitarre, Schlagzeug und Bass fest, obwohl Weasel die Gitarre als "dummes" Instrument betrachtet. Die Stimme wird zweckentfremdet und nicht zum Singen, sondern als Geräuschkulisse eingesetzt. Ein Sänger im herkömmlichen Sinne erscheint für die Luttenbachers völlig ungeeignet.

Man ist bemüht, die Lieder großteils undurchschaubar zu halten, um der eigenen Tradition treu zu bleiben. Sollte trotzdem zufällig etwas Ordnung in die Songs kommen, werden diese zerhackt. Walter Weasel erklärt: "Bei den Luttenbachers geht es immer darum, mit eingeschränkten Möglichkeiten das Äußerste zu erreichen."

Ihr aktuelles Album nennt sich The Void - Die Leere, was auf den ersten Blick irreführend ist. Meinen The Flying Luttenbachers mit Void doch etwas anderes: Void ist nämlich der fiktive Superbösewicht im Universum des Trios. Er fördert Mittelmäßigkeit, Dummheit und Konformität und versucht, den Planeten zu versklaven. Seine Geschichte wird auf dem Album erzählt. (mma/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.3.2005)