Wenn Kinder mitmischen, hat das für die Kommune Folgen. Am Ende der ersten "Aktionswoche Kinderbeteiligung" war klar: Die Bregenzer Kinder brauchen Freiräume, und sie wollen ein Kinderparlament.

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Bregenz - In Bregenz ist neuerdings das FBI aktiv. "Für Bregenz Interessiert" ermittelt in wichtiger Angelegenheit. "Wir untersuchen, wie kinderfreundlich Bregenz ist", skizzieren Nicole, Paola, Selina und Melody ihre Aufgabe. Die ersten Aktivitäten wurden während der Osterferien mit der Aktionswoche "Kinderbeteiligung" gesetzt.

Die vier Mädchen (10 bis 12 Jahre alt) ermittelten statistische Daten: In Bregenz leben 4200 Kinder, das sind 16 Prozent der Bevölkerung. 712 davon "haben eine internationale Muttersprache". Und wie gefällt es den Kindern? Pluspunkte sind der See, die Pfänderbahn, das Kino; auf der Minusseite stehen der geänderte Busfahrplan und Rassismus. Eine weitere Frage: Wie halten es die Erwachsenen mit den Jugendschutzgesetzen? Die Kinder versuchten in zehn Geschäften Alkohol und Zigaretten zu kaufen - in vier waren sie erfolgreich.

Keine Jause zu kaufen Das Thema "Einkaufen" wurde auch von den Stadtdetektiven, einer Gruppe, die das innerstädtische Weiherviertel unter die Lupe nahm, beleuchtet. Was tun, wenn man am Spielplatz Hunger bekommt? Die Antwort: "Hilfe, hier gibt es nichts zu kaufen!" Warum? Die Detektive fanden heraus: "Hier gab es früher zwei Metzgereien, aber die mussten zumachen, weil sie keine Nachfolger hatten, und die Waren im Supermarkt billiger sind." Was die Detektive noch entdeckten: Migrantenfamilien müssen in abgewohnten Häusern leben. Valentin (10) in der Kinderzeitung Durchblick: "Alle Leute sollen gut wohnen können."

Erforscht wurden auch die Spielräume: "Die Erwachsenen regen sich gleich auf, dass wir zu laut sind." Mit fehlenden Freiräumen werden sich die Teams weiter beschäftigen. Initiatorin Carmen Feuchtner, Geschäftsführerin des Vereins Welt der Kinder: "Die Kinder wollen Strukturen, in denen sie selbst entscheiden können." Wie ein Kinderparlament funktionieren kann, haben sie sich in Luzern (Schweiz) angeschaut. Am 13. April treffen sich die offenen Teams wieder. Ihr Ziel: Kinderparlament drei-oder viermal pro Jahr. (jub)