New York - Syrien hat die Notwendigkeit einer internationalen Untersuchung des tödlichen Bombenanschlags auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri in Frage gestellt. Eine unabhängige Kommission der Vereinten Nationen (UN) hatte eine solche Untersuchung zuvor gefordert, um die Wahrheit über das Attentat herauszufinden.

Die libanesischen Behörden seien durchaus im Stande, die Umstände des Anschlags aufzuklären, sagte der syrische Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN), Fayssal Mekdad am Donnerstag (Ortszeit) in New York. "Die Untersuchung sollte von denjenigen ausgeführt werden, die im Libanon für so etwas verantwortlich sind." Der UN-Kommission warf Mekdad vor, sich auf die Seite der libanesischen Opposition gestellt zu haben, "die Syrien etwas anhängen will".

Die libanesische Opposition macht Syrien für den Anschlag verantwortlich. Die Kommission hatte festgestellt, dass die bisherigen libanesischen Ermittlungen fehlerhaft geführt worden seien. Die Verantwortung für den Mangel an Sicherheit, Recht und Ordnung im Libanon trage in erster Linie der militärische Geheimdienst Syriens, hieß es in dem Bericht weiter. Den libanesischen Sicherheitskräften warf die Kommission eine systematische Vernachlässigung ihrer Pflichten vor.

Der Anschlag auf Hariri Mitte Februar hatte die libanesische Opposition gegen den syrischen Einfluss im Land beflügelt und zu Massendemonstrationen für einen Abzug der 14.000 syrischen Soldaten geführt. Syrien gilt seit dem Ende des Bürgerkriegs im Libanon 1990 als Ordnungsmacht im Land. Erst unter verstärktem internationalen Druck hat Syrien in den vergangenen Wochen damit begonnen, seine Zusagen von 1990 zu erfüllen und seine Truppen schrittweise zurückzuziehen. (APA/Reuters)