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Foto: APA/epa/Guido Manuilo
London - Jedes fünfte Mädchen hatte bereits vor seinem 14. Lebensjahr mit drei verschiedenen Männern Sex. Davon haben 65 Prozent der Mädchen ungeschützten Sex, der in 45 Prozent der Fälle mit einem One-Night-Stand passiert. Dabei ist das Thema Alkohol ein entscheidender Faktor, denn 60 Prozent der Mädchen geben an während ihres ersten Mals betrunken gewesen zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der britischen Lifestyle-Zeitschrift Bliss Magazine .

Mehr Aufklärung gefordert

"Die Ergebnisse der Studie sind extrem beunruhigend und machen Konsequenzen erforderlich. Eine bessere Aufklärung muss dafür sorgen, dass junge Menschen die Informationen bekommen, die sie brauchen um gezielte Entscheidungen bezüglich Sex und Partnerschaften treffen zu können", erklärte Lisa Smosarski, die Leiterin der Studie.

Bliss Magazine befragte 2.000 Mädchen mit einem durchschnittlichen Alter von 14,5 Jahren um deren Einstellungen zum Thema Sex und Liebe und ihre sexuellen Erfahrungen zu eruieren. Die Befragung ergab, dass 22 Prozent der Mädchen bereits Sex hatten und mehr als die Hälfte (55 Prozent) hatte auch weiterhin regelmäßig mehr als einmal im Monat Sex. Nur sechs Prozent hatten nach ihrer ersten Erfahrung keinen sexuellen Kontakt mehr. Die Hälfte der befragten Mädchen gab an, die Erfahrung zu bereuen.

Der noch zu leistende Aufklärungsbedarf ist jedoch sehr groß, denn 70 Prozent der Mädchen erklären, dass sie sich mehr Informationen wünschen. Nur sieben Prozent gaben an, brauchbare Informationen von ihren LehrerInnen bekommen zu haben. Weitere 57 Prozent konnten nicht mit ihren Eltern über dieses Thema sprechen. Hauptinformationsquellen zum Thema Sex für die Jugendlichen sind mit 44 Prozent Zeitschriften und Magazine sowie Gespräche mit FreundInnen (33 Prozent). "Der Gruppendruck von Freunden spielt ebenfalls eine große Rolle beim Thema Sex. Oft wollen die Mädchen nicht die letzte Jungfrau in der Schule sein. Gleichzeitig sind sie aber emotional noch nicht reif genug um mit der Situation umzugehen", erklärte Smosarski.

Traditionelle Ansichten zu Heirat und Liebe

Der Großteil der befragten Mädchen hatte sehr traditionelle Ansichten zum Thema Heirat und Liebe. 94 Prozent der Jugendlichen erklärten Liebe und Vertrauen sei wichtiger als Sex und dass sie bis zu ihrem 25. Lebensjahr verheiratet sein wollen. Ihre zukünftigen Kinder sollten auch erst nach der Heirat geboren werden (89 Prozent).

"Die Studie zeigt eine starke Dualität in der Gesinnung der Jugendlichen auf. Einerseits entwickeln sie neue traditionelle Werte und wollen erst heiraten und dann Kinder bekommen, doch andererseits haben sie heute schon sehr früh und unter Alkoholeinfluss Sex. Darum ist es wichtig, dass sie über die Risiken einer möglichen Schwangerschaft und sexuell übertragbare Krankheiten aufgeklärt werden. Dabei muss die Regierung eine größere Verantwortung übernehmen", resümierte Jan Barlow, der Vorsitzende der Sexual Health Charity Brook. (pte)