62 Jahre nach ihrem Tod in den Gaskammern von Auschwitz ist in Frankreich der Roman "Guerre et paix" von Irène Némirovsky erschienen. Ursprünglich als vierteilige "Suite Francaise" geplant, vollendete die russischstämmige Jüdin Némirovsky nur noch diesen ersten Teil. Zwischen alten Papieren in Koffern lagerte das Manuskript über Jahrzehnte bei ihrer überlebenden Tochter Denise Epstein, bis diese sich schließlich daran machte, die über 400 Seiten zu redigieren. Dabei erkannte sie, dass ihre Mutter nicht nur ein fragmentarisches Manuskript, sondern einen vollständigen Roman hinterlassen hatte. Mittlerweile wird er in Frankreich als literarische Sensation gefeiert. Im Roman spiegelt sich Némirovskys eigenes Schicksal wider. Als Opfer der französischen Kollaboration mit den Nazis wurde ihr und ihrem Mann Michel die Arbeit in Frankreich verboten. Am 13. Juli 1942 wurde sie von Gendarmen verhaftet und nach Auschwitz abtransportiert. Ihr Roman wirft Licht auf ein dunkles Kapitel der französischen Geschichte. Kulturzeit berichtet am Donnerstag über die Entdeckung eines unerwarteten Bestsellers. (red)