Chicago - Schwangere mit vielen Kariesbakterien im Mund haben eher eine Frühgeburt als andere Frauen. Bei Untersuchungen an rund 300 Amerikanerinnen haben Wissenschafter der New York University einen Zusammenhang zwischen hohen Mengen der Karies verursachenden Bakterie Actinomyces naeslundii genospecies 2 und der höheren Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt ermittelt.

Nach einem Bericht der Zeitschrift "Journal of Periodontology" bedeutet eine zehnfach höhere Bakterienmenge eine durchschnittliche Verkürzung der Schwangerschaft um gut einen Tag und ein Mindergewicht des Babys von 60 Gramm. Dies sei das erste Mal, dass dieser Zusammenhang nachgewiesen worden sei.

Die Forscher vermuten, dass sich die Bakterien vom Mund aus im Körper verbreiten. In der Gebärmutter verursachten sie und bestimmte Moleküle, die der Körper als Reaktion auf die Bakterien produziert, Muskelbewegungen. Diese weiteten den Gebärmutterhals, wodurch größere Mengen der Bakterien in die Gebärmutter gelangten. So komme es zu immer stärkeren Kontraktionen und schließlich zu Frühwehen, lautet die Hypothese der Wissenschafter. (APA/AP)