Bischkek/Wien - Von "unglaublichen Verwüstungen" in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek hat am Freitag der österreichische Augenzeuge Gerhard Schaumberger in einem Telefonat mit der APA berichtet. Er selbst habe die Plünderung eines der größten Supermärkte miterlebt, bei der viel Alkohol im Spiel gewesen sei.

Es sehe so aus, als würden Jugendbanden die Straßen übernehmen. Vor seiner eigenen Wohnung in Bischkek hätten Jugendliche mit Stöcken gewartet, die offenbar herausgefunden hatten, dass sich dort Ausländer aufhielten, sagte Schaumberger. Er sei deshalb zu russischen Freunden in die Vorstadt gezogen.

"Es gibt keine Polizei mehr auf den Straßen", beschrieb der Augenzeuge die Lage. Es werde erwartet, dass noch mehr Menschen in die kirgisische Hauptstadt strömen werden - vermutlich Unzufriedene und solche, die Wind davon bekommen hätten, dass dort etwas zu holen sei. Dies werde die Situation wahrscheinlich noch verschärfen.

Am Freitag war die Lage in der kirgisischen Hauptstadt den Eindrücken Schaumbergers zufolge tagsüber relativ ruhig, was sich nach Einbruch der Dunkelheit jedoch ändern könnte. Die Behörden haben unterdessen für den Zeitraum von 18:00 Uhr bis sechs Uhr früh (Ortszeit) eine Ausgangssperre verhängt. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich einige Leute (den gestürzten Präsidenten Askar) Akajew zurückwünschen", sagte Schaumberger. (APA)