Klagenfurt/Innsbruck - Da hat jemand ordentlich in die Tasten gegriffen. Nach dem 5:3-Erfolg, mit dem die Tiroler Eishackler in der Semifinalserie gegen den KAC ausgeglichen hatten, wurde in Innsbruck eine E-Mail auf die Reise geschickt. Der HCI-Vorstand empört sich darin über die Klagenfurter Gangart, der KAC sei "lediglich durch schmutziges Spiel aufgefallen", die Kärntner hätten agiert "wie Holzhackerbuam". Der Innsbrucker Forderung, den KAC-Stürmer Ressmann nach einem "lebensgefährlichen Stockschlag für einige Zeit aus dem Verkehr" zu ziehen, kam der Verband (ÖEHV) noch am Freitag nach, Ressmann wurde nach Video-Studium für vier Spiele gesperrt. Er fehlt dem KAC just im fünften Spiel am Sonntag (18, live auf Premiere) in Klagenfurt.

Es herrscht also Aufregung im Duell des Titelverteidigers aus Kärnten mit dem Herausforderer aus Tirol. Wer auch immer am Sonntag den Sieg davonträgt, sollte sich rasch beruhigen, er kriegt es im Finale (best of seven) ab Dienstag mit den coolen und erholten Vienna Capitals zu tun. Die hatten das Thema Villach mit drei Siegen in drei Spielen blitzartig abgehakt.

KAC-Trainer Mats Waltin will "eine gute Balance finden, die Fehler korrigieren und Vollgas geben". Als Hauptgrund für die Niederlage in Innsbruck ortete er "mangelnde Cleverness". Innsbruck-Trainer Tommy Samuelsson, ein schwedischer Landsmann Waltins, ist überzeugt: "Wenn wir mit dieser Intensität weiterspielen, können wir auch in Klagenfurt bestehen."

In Sachen Personal ist bereits eine Entscheidung gefallen. Patrick Mössmer verlängerte am Freitag seinen Vertrag mit den Innsbruckern, auch aus Klagenfurt war dem Tiroler Eigengewächs ein Angebot vorgelegen. Mössmer hatte zu Saisonbeginn nach einer schweren Schulterverletzung nur schwer seinen Rhythmus gefunden, zählte zuletzt aber zu den auffälligsten Erscheinungen im Dress der Innsbrucker.

Grazer Unmut

Nicht bestanden haben die Graz 99ers im Grunddurchgang, als sie haarscharf den Einzug ins Playoff verpassten. Nun rufen sie, wie Klubchef Jochen Pildner-Steinburg mitteilte, den Obersten Sportgerichtshof in Lausanne an. Der Unmut der Grazer bezieht sich auf ein 2:3 nach Penaltyschießen im Februar in Innsbruck. Der Grazer Tropper hatte im Finish den vermeintlichen Siegestreffer zum 3:2 erzielt, der Referee gab das Tor mit der Begründung nicht, dass er zuvor schon abgepfiffen habe. Der Verband (ÖEHV) wies den Einspruch der 99ers ab. Pildner-Steinburg fordert Schadenersatz. "Die Meisterschaft wollen wir nicht beeinflussen, sonst hätten wir andere Maßnahmen ergriffen." (fri, red, APA - DER STANDARD PRINTAUSGABE 26./27./28.3. 2005)