Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: AP/Plunkett
Rom - Drei Monate nach den verheerenden Flutwellen in Südasien ist die Gefahr einer Hungersnot in den betroffenen Gebieten nach Angaben der Welternährungsorganisation (WFP) gebannt. Die humanitäre Hilfe habe es ermöglicht, eine Versorgungskrise zu verhindern, teilte das WFP am Freitag in einer Erklärung in Rom mit. Nun könne die Organisation die Phase des Wiederaufbaus einleiten.

Das WFP verteilte in den betroffenen Gebieten nach eigenen Angaben rund 50.000 Tonnen Grundnahrungsmittel. Dafür seien sowohl militärische als auch zivile Hubschrauber, aber auch Flugzeuge, Schiffe und Lastwagen eingesetzt worden. Von der Hilfe hätten 1,75 Millionen Menschen profitiert. Bei der Flutkatastrophe am 26. Dezember in Südasien starben mindestens 273.000 Menschen, davon allein etwa 220.000 in Indonesien.

Deutlich mehr Frauen umgekommen

Beim Wiederaufbau in den Katastrophengebieten müssen nach Ansicht der Hilfsorganisation Oxfam International die Belange von Frauen besonders berücksichtigt werden. Der Tsunami habe nach den verfügbaren Statistiken deutlich mehr Frauen in den Tod gerissen als Männer, erklärte die Organisation in einem am Samstag veröffentlichten Bericht. In einigen Gegenden lebten jetzt drei Mal so viele Männer wie Frauen. Dies bedeute für die betroffenen Gesellschaften, aber besonders für die überlebenden Frauen ein erhebliches Risiko. Die Frauen müssten vor sexueller Gewalt und Zwangsverheiratung geschützt werden.

Indonesien legte Programm zum Wiederaufbau Acehs vor

Drei Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien hat die indonesische Regierung indes ein umfangreiches Programm für den Wiederaufbau der am schwersten betroffenen Provinz Aceh vorgestellt. Auch wenn die laufenden Hilfsaktionen bis auf weiteres fortgesetzt würden, sei die Phase der unmittelbaren Katastrophenhilfe beendet, sagte der indonesische Vize-Präsident Yusuf Kalla bei der Vorstellung des Programms am Sonntag in der Hauptstadt Jakarta.

Das Programm soll sich demnach über einen Zeitrahmen von fünf Jahren erstrecken und hat vor allem den Wiederaufbau der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und institutionellen Strukturen zum Ziel. In Aceh waren bei der Flutkatastrophe vom 26. Dezember fast 220.000 Menschen ums Leben gekommen. (APA/Red)