Rom - Der apostolische Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) ist eines der feierlichsten und weltweit bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Offiziell kennt die Kirche den Segen seit dem 13. Jahrhundert. Seine lateinische Formel erinnert aber an die Antike, als Rom als Mittelpunkt der Welt galt. Damals bildete sich unter den Herrschern ein Reichsbewusstsein heraus, das die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleichsetzte.

Heute wird der Segen an Weihnachten und Ostern erteilt sowie nach einer Papstwahl. Er muss vom Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der Weltkirche selbst gespendet werden - nach gängiger Auslegung kann dies allerdings "gesprochen oder stumm" geschehen. Auch kann der Papst dazu eine sehr kurze Formel wählen, die in Latein nicht einmal ein Dutzend Worte umfasst. Die deutsche Formel lautet: "Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf Euch herab."

Allgemeiner Sündenablass

Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist mit einem Sündenablass für alle Menschen verbunden, die den Segen in in gläubiger Haltung direkt in Rom aber auch am Radio oder am Fernsehen verfolgen. Auch deshalb ist der Segen zu einem "Quotenrenner" geworden. Wenn Johannes Paul II. an Ostersonntag den Segen erteilt, sind 104 Fernsehsender aus über 70 Ländern der Erde mit dabei. (APA/dpa)