Tokio - Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat nach einem Besuch der Weltausstellung in Japan für nachhaltige Entwicklung geworben. Darin liege möglicherweise die letzte Chance, um Umweltprobleme wie den Klimawandel zu bewältigen. Gelinge dies in diesem Jahrhundert nicht, müssten künftige Generationen mit den Folgen leben. Chirac äußerte sich auf der Reise von Aichi nach Tokio, wo er vom japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi erwartet wurde.

Frankreich und Japan gehören zu den Unterzeichnern des Kyoto-Protokolls, indem sich die Mitgliedstaaten auf die Reduzierung von Treibhausgasen verpflichten. Die USA haben es nicht ratifiziert. "Wir haben es (beim Umweltschutz) mit einem entschlossenen Widerstand von unseren amerikanischen Freunden zu tun", sagte Chirac. "Ich bedaure dies."

Nicht nur auf technologische Fortschritte hoffen

Japan und Frankreich müssten trotzdem für nachhaltige Entwicklung eintreten und dürften nicht nur auf technologische Fortschritte hoffen. Die Vereinbarkeit von Natur und Technik ist der Schwerpunkt der diesjährigen Expo, die am Donnerstag ihre Pforten öffnete.

Konfliktstoff birgt auch der Wettbewerb um den Standort für den Bau eines internationalen Kernfusionsreaktors. Japan will das Zehn-Milliarden-Euro-Projekt ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) in Rokkasho ansiedeln, während Frankreich für den Standort Cadarache wirb. Das gemeinsame Projekt von EU, USA, Japan, China, Südkorea und Russland will in den nächsten 35 Jahren eine saubere und unerschöpfliche Energiequelle erschließen. (APA/AP)