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ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka freut sich über 10.000 registrierte User auf www.zukunft.at.

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Wien - In Österreich gibt es laut ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka rund 700.000 18- bis 25-Jährige. Um in dieser Gruppe zu punkten, startet die größere Regierungspartei eine Kampagne in der politischen Modefarbe Orange. Eine Internet-Seite ist unter der Adresse " zukunft.at bereits seit einigen Wochen online. Jetzt sollen nach einer Auftakt-Event mit Parteichef Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und ÖVP-Ministern am Donnerstag Veranstaltungen in allen Bundesländern folgen. Dem Wählen ab 16 stehe er skeptisch gegenüber, so Lopatka.

Bei der Nationalratswahl 2002 hat die ÖVP 39 Prozent der Erstwähler für sich gewinnen können, 28 Prozent haben sich für die SPÖ entschieden, 19 Prozent für die Grünen, Diese Vorrangstellung will die Volkspartei behalten.

"Reformkraft"

Die ÖVP werde bei der Jugend stärker als Reformkraft empfunden als die SPÖ, gab sich der Generalsekretär unter Berufung auf Umfragen disbezüglich zuversichtlich. Die amtierende schwarz-blaue Regierung nehme für sich auch in Anspruch, mehr für die Generationengerechtigkeit zu tun als frühere Regierungen, wie sich etwa bei den Pensionsreformen zeige.

Zentrales Element der Kampagne ist die Internet-Seite "www.zukunft.at". Dort hätten sich bereits mehr als 10.000 User registriert, freut sich Lopatka. Über die "austria-box" können sie dort ihre Anliegen und Fragen deponieren und mit ÖVP-Politikern in Kontakt treten. Persönlichen Kontakt mit den Regierungsmitgliedern und Abgeordneten sollen Veranstaltungen in allen Bundesländern und Wahlkreisen bringen.

Diese Kommunikation mit der Jugend ist Lopatka wichtiger als das Wählen ab 16. Das Wahlrecht ab 16 sei eine "einfache, aber zu simple Angelegenheit".

Der Generalsekretär begründet seine Skepsis mit den Erfahrungen bei bisherigen Wahlen. Bei der Gemeinderatswahl in der Steiermark habe er die Wahlbeteiligung von Jugendlichen erheben lassen, in manchen Gemeinden habe dort nur jeder zweite von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Eine bessere Beteiligung habe es in jenen Orten gegeben, in denen sich Bürgermeister und Fraktionen auch wirklich um die Jugendlichen bemüht hätten: "Nur zu sagen, wir geben ihnen das Wahlrecht, ist zu wenig."

"Absolut vernichtend" seien zum Teil auch die Werte bei der EU-Wahl im Vorjahr gewesen. Im Gegensatz zu den steirischen Gemeinderatswahlen galt damals die Altersgrenze 18 Jahre. In einer Reihe von Gemeinden sei die Beteiligung bei Jung- und Erstwählern bei weniger als 15 Prozent gelegen. (APA)