Wien - Eine US-Starintellektuelle, die im belagerten Sarajevo "Warten auf Godot" inszenieren will und nicht zufällig an Susan Sontag erinnert, ein französischer Eingreifphilosoph, der aus Versehen den bosnischen Hauptdarsteller erschießt, und gemeinsam mit einem deutschen Kulturschützer die Hauptrollen übernehmen muss. Nach drei Jahren gemeinsamen Auftritten bestreitet Autor Richard Schuberth ein letztes Mal eine szenische Lesung aus seiner schwarzen Balkan-Komödie "Freitag in Sarajevo". An seiner Seite der bekannte Akkordeonist Krzysztof Dobrek.

Ein "schön-böses, klarsichtiges Stück", attestierte Peter Handke in einem Brief an den Autor. "Freitag in Sarajevo" ist eine Abrechnung mit einer Kulturschickeria und entpuppt sich als "eigenwilliger Mix aus Essay und O-Ton, Slapstick und Sprachkritik". Schuberth übernimmt bei der Lesung mehrere Rollen, Dobrek sorgt für kongeniale musikalische Unterstützung.

Seine Uraufführung auf einer Bühne erlebte "Freitag in Sarajevo" im Oktober 2004 durch die bosnische Schauspieltruppe "Ars Vivendi" in Tuzla uraufgeführt. Am 18. Mai gastiert "Ars Vivendi" mit der Inszenierung von Schuberths Stück auch in der Wiener Sargfabrik - mit Schuberth in einer Gastrolle als Anführer paramilitärischer Plünderer. (kg)