Tokio - Am nordjapanischen Vulkan Usu herrscht erneut die Gefahr eines größeren Ausbruchs. Wie ein Experte am Montag mitteilte, haben sich durch die Eruptionen nahe eines Kraters mindestens drei neue Bruchlinien gebildet. Diese könnten Anzeichen dafür sein, dass der Berg einen so genannten Lavadom bildet. Das ist eine Kuppe, die durch Aufstauung an der Oberfläche fast erstarrter Magmen entsteht. Ein solcher Dom kann explodieren oder kollabieren. Das meteorologische Institut forderte die Bürger und Behörden auf, sich auf ein mögliches Desaster vorzubereiten. Sollte der Vulkankrater explodieren, drohen so genannte pyroklastische Ströme, eine Mischung aus geschmolzenem Stein und vulkanischer Asche. Diese gefährlichen Glutwolken können bis zu mehrere hundert Grad Celsius heiß werden und mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometer in der Stunde fließen. Dabei begraben sie alles, was sich in ihren Weg stellt. 1991 waren dadurch beim Ausbruch des Vulkans Unzen in der südlichen Provinz Nagasaki 43 Menschen ums Leben gekommen. Nach Auskunft von Hiromu Okada, Vulkanexperte an der Universität Hokkaido, hatten sich auf der nordwestlichen Seite des Berges sowie südlich eines Kraters mindestens drei Erdverwerfungen gebildet. Die längste Bruchlinie erstrecke sich über eine Länge von mehreren hundert Metern. Die Seiten hätten sich um rund einen Meter verzogen. Am Montag waren erneut kleinere Explosionen gemessen worden. Aus einem Nebenkrater stiegen dunkle Rauchwolken bis zu einem Kilometer in die Höhe. An zwei Stellen traten zudem weiterhin graue Dampfwolken aus. Derweil breitet sich in den Notunterkünften zunehmend Erschöpfung aus. Derzeit sind noch rund 13.000 Menschen vor dem Vulkan in Sicherheit gebracht. (APA/dpa)