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Die Honigbiene ist zu Großem fähig, zumindest was ihre Gedächtnisleistung anbelangt.

Foto: REUTERS/Ali Jarekji
Würzburg - Honigbienen besitzen nach jüngsten Forschungsergebnissen die bisher unbekannte Fähigkeit, Wissen zu erwerben und es flexibel anzuwenden. Mit Hilfe dieser komplexen Gedächtnisleistung prägten sich die Insekten beispielsweise Farben, Muster und Düfte ein und übertrügen dieses Wissen auf bislang noch nicht erlebte Situationen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Uni Würzburg hervor.

Bei den Versuchsreihen der Forscher des Biozentrums mussten die Bienen einen mehrere Meter langen Tunnel abfliegen. Dabei trafen sie auf eine mit einem Flugloch versehene Querwand, die mit einem waagrechten Streifenmuster versehen war, danach auf eine zweite Querwand mit Längsstreifen. An der dritten Wand fanden sich schließlich beide Muster wieder, zudem war hinter der quer gestreiften Hälfte der Barriere eine Zuckerlösung angebracht.

Erworbenes Wissen verallgemeinert

Die Bienen lernten den Angaben zufolge schnell, dass sich die süße Belohnung hinter dem Segment der dritten Querwand befand, das dem am Tunnelanfang gezeigten Muster glich. Selbst als das deutsch-australische Wissenschafter-Team die Muster wechselte, flogen die Bienen in der Hoffnung auf den Leckerbissen zielstrebig diesen Teilbereich an. Die Bienen hätten offenbar die zuvor gelernte Lektion verallgemeinert und suchten die Belohnung wieder hinter der Barriere, deren Muster mit dem im vorderen Tunnelbereich identisch war.

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Biene sei demnach der optische Reiz des Musters. "Die Bienen haben die abstrakte Regel gelernt: Beachte immer das erste Muster und ignoriere das zweite", fasst Professor Jürgen Tautz von der Uni Würzburg die Ergebnisse zusammen. Im Gegensatz zu höheren Wirbeltieren könnten die Bienen das Gelernte allerdings nur rund fünf Sekunden speichern. Ein großes Erinnerungsvermögen war bisher nur bei höheren Wirbeltieren bekannt. (APA/dpa)