Jerusalem - Nach ihrer endgültigen Niederlage in der Knesset haben Gegner des geplanten Rückzugs Israels aus dem Gazastreifen am Dienstag mit einem Bürgerkrieg gedroht. Sie kündigten an, die Aufgabe von 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier weiteren im Westjordanland durch Massendemonstrationen mit zehntausenden Menschen verhindern zu wollen. Weite Teile Israels würden durch Straßenblockaden lahm gelegt, sagte einer Vertreter der radikalen Siedler am Dienstag. Die Sicherheitskräfte befürchten ein Attentat auf Ministerpräsident Ariel Sharon oder die Stürmung der Al-Aksa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg.Am Montag hatte das Parlament einen letzten Antrag abgelehnt, die Bevölkerung per Referendum über die Aufgabe des Gazastreifens abstimmen zu lassen. Während der Parlamentsdebatte demonstrierten vor der Knesset tausende Siedler und deren Anhänger, darunter zahlreiche Jugendliche. Als letzte Hürde für den Abzug aus dem Gazastreifen ab dem 20. Juli verblieb die Verabschiedung des Budgets am Dienstag. (AP, dpa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.3.2005)