Paris - Ein Jahr nach der Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel ist der Ausbruch des Feuers technisch erfolgreich nachgestellt worden. Feuerwehrleute setzten in dem gesperrten und gesicherten Alpen-Tunnel einen Volvo-Lastwagen des Typs in Brand, von dem das Flammeninferno mit 39 Toten am 24. März 1999 ausgegangen war. "Was uns interessiert, ist der Ablauf der ersten Minuten", sagte der Gerichtsexperte Rene Guichard nach der Nachstellung in der Nacht zum Donnerstag. "Die Menschen sind damals schnell gestorben, und wir wollen jetzt genau wissen, woran." Ein vorläufiger Bericht darüber, wie das Feuer sich ausbreitete, wird in etwa einem Monat erwartet. "Was uns interessiert, ist der Ablauf der ersten Minuten" Die eingehend vorbereitete Nachstellung war von der italienischen Betreiberseite zunächst abgelehnt worden. Am Mittwochabend wurde das Feuer nach 15 Minuten wieder gelöscht. Es war so geplant worden, dass der Brand bei ähnlichen meteorologischen Bedingungen wie vor einem Jahr nur einen Bruchteil der damaligen Intensität erreichte. Geprüft werden sollte vor allem, warum sich das Feuer von dem belgischen Lastwagen so rasch ausbreiten konnte und welche Rolle dabei Ventilatoren gespielt haben könnten. Der Lastwagen hatte 20 Tonnen Mehl und Margarine geladen. Bei der Rekonstruierung waren jedoch nur 400 Kilogramm Magarine in den Volvo geladen worden. In der Sache wurde bisher nur gegen den belgischen Lkw-Fahrer ermittelt. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht sicher. In den französischen Medien hieß es, eine Ausweitung der Untersuchungen sei erst nach der Nachstellung des Unglücks möglich. Das Direktorium der Tunnelgesellschaft könnte dann in die Ermittlungen einbezogen werden. (APA/dpa)