Die Anzahl von Frauen in Spitzenpositionen in der Forschung steigt an, wenngleich nur langsam, konstatiert der aktuelle Bericht der EU-Kommission "Women and Science: Excellence and Innovation – Gender Equality in Science". Auf EU-Ebene sind lediglich 14 Prozent der SpitzenwissenschaftlerInnen Frauen, obwohl 44 Prozent der HochschulabsolventInnen in wissenschaftlich-technologischen Fächern weiblich sind, heisst es weiter. Die Anhebung der Zahl der in der Wissenschaft beschäftigten Frauen sei ein zentrales Element bei der Verwirklichung des Ziels, drei Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren.

In ihrem Bericht "Women and Science: Excellence and Innovation – Gender Equality in Science" führt die Kommission eine Reihe wichtiger Statistiken zur Stellung von Frauen in der Wissenschaft sowie laufender Initiativen zum Ausgleich des Geschlechterungleichgewichts an. Zugleich werden auch die auf europäischer Ebene laufenden und geplanten Maßnahmen zur Förderung der Rolle von Frauen in der Wissenschaft vorstellt, wie zum Beispiel die Entwicklung einer Reihe geschlechterrelevanter Indikatoren zum Messen und Vergleichen der Erfolgsquoten von Männern und Frauen in Führungspositionen oder der Einrichtung des "Gender Watch System" zur Beobachtung der Fortschritte in Richtung einer ausgewogeneren Beteiligung von Männern und Frauen im Forschungs-Rahmenprogramm. Als geeignetes Instrument dazu wäre z.B. ein Leitfaden zur Geschlechtergleichstellung für wissenschaftliche Bedienstete und Gutachter, heisst es. Zudem sollten Forschungsprojekte und –programme Maßnahmen zur Verbesserung der Geschlechtergleichstellung enthalten – entsprechend den Zielen im Verhaltenskodex für ForscherInnen.

Finanzen

Für 2005 bis 2006 wurden weitere 5,7 Mio. Euro für Frauen und Wissenschaft bereitgestellt, so dass innerhalb des sechsten Forschungs-Rahmenprogramms ca. 20 Mio. Euro hierfür zur Verfügung stehen. Die Kommission stellt zudem 2 Mio. Euro als Anschubfinanzierung für die Europäische Plattform der Frauen in der Wissenschaft bereit; dadurch sollen Netze von Wissenschaftlerinnen und Organisationen, die sich für Geschlechtergleichstellung in der wissenschaftlichen Forschung einsetzen, gebildet werden. Daneben schlägt die Kommission die Schaffung eines Europäischen Preises für Spitzenleistungen in der Geschlechterforschung vor, um die Öffentlichkeit für die Bedeutung derartiger Forschung zu sensibilisieren. (red)