Potsdam/Wien - Topterrorist Abu Mussab al-Zarqawi plant nach Informationen westlicher Geheimdienste Terroranschläge mit chemischen Kampfstoffen in Europa. "Irgendwann werden wir hier in Europa den Big Bang haben, und Zarqawi wird ihn organisiert haben", sagte ein Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) dem deutschen Politikmagazin "Cicero" (April-Ausgabe). Wie weit Zarqawis Versuche tatsächlich gediehen sind, ist bisher unklar. "Wir wissen nur, dass er daran arbeitet", sagte ein Geheimdienstmann. Ein Zentrum von Zarqawis Bemühungen, chemische Kampfstoffe herzustellen und zu vertreiben, vermuten die Ermittler dem Bericht zufolge im Nordkaukasus und in Georgien. Vom Iran unterstützt und derzeit im Irak untergetaucht, ist der gebürtige Jordanier nach Einschätzung der Geheimdienste inzwischen zum Drahtzieher des islamistischen Terrors avanciert. Der skrupellose Kämpfer für den Heiligen Krieg gelte als neuer Kronprinz Osama bin Ladens und als "zurzeit tatsächlich gefährlichster Mann der Welt", bestätigten jordanische sowie deutsche Ermittler dem Politikmagazin. Auch in Deutschland gebe es Zellen aktiver "Heiliger Krieger" Zarqawis. Mindestens 150 seiner Anhänger vermuteten deutsche Sicherheitsbehörden vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und in Berlin. Im Umfeld radikaler Moscheen wie der Al-Nur-Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln oder im Umkreis des Multikulturhauses in Neu-Ulm habe sich sein Netzwerk etabliert. (APA)