Wien/Prag/Temelin/Linz - Der Block 1 des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin ist "auf Grund von technischen Schwierigkeiten im nicht-nuklearen Bereich, im Bereich der Turbine" abgeschaltet worden. Dies habe man über die Informations-Hotline zwischen Tschechien und Österreich erfahren, teilte der Sprecher von Umweltminister Josef Pröll (V), Daniel Kappn mit. Es sei von keiner Gefährdung der Umgebung oder der österreichischen Bevölkerung auszugehen.

Erhöhte Vibrationen

Nach Angaben des Temelin-Sprechers Milan Nebesar wurde der erste Block wegen "erhöhter Vibrationen eines Hochdruck-Bestandteils" durch das Schutzsystem abgeschaltet. Nun werde die Turbine drei bis vier Tage gekühlt. Danach werde der betreffende Hochdruck-Bestandteil einer Überprüfung durch die Lieferanten-Firma unterzogen. Auf der Basis der Ergebnisse der Kontrolle werde man dann über das weitere Vorgehen entscheiden, teilte Nebesar mit. Der zweite Block Temelins läuft den Informationen zufolge mit voller Kraft und liefert fast 1.000 Megawatt ans Netz.

Zuvor hatten bereits oberösterreichische Atomgegner von einem möglichen Störfall gesprochen. In der Nacht auf Mittwoch habe es "wahrscheinlich neuerlich Turbinenprobleme" gegeben, erklärte der Obmann von "atomstopp-atomkraftfrei leben!", Roland Egger, in einer Presseaussendung. Der "Stop-and-Go-Betrieb" im AKW Temelin sei "auffällig", betonte Egger: "Das Material wird durch die laufenden Pannen und Störfälle extrem beansprucht." Stilllegungsinitiativen seien das Gebot der Stunde. (APA)