Ankara - Nach ihren offiziellen Gesprächen in Ankara ist die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey am Mittwoch in die mehrheitlich kurdische Stadt Diyarbakir im Südwesten der Türkei gereist. Dort waren Gespräche mit lokalen Behörden- und NGO-Vertretern geplant. Die Schweizer Regierung unterstützt vier Nichtregierungsorganisationen in dieser Region, die sich gegen häusliche Gewalt und Gewalt an Kindern einsetzen und im Bereich Erziehung der Frauen aktiv sind. In einem in der Tageszeitung "Türkiye" erschienenen Interview sagte Calmy-Rey, dass sie sich am Ort und Stelle ein Bild von den Lebensbedingungen machen wolle: "Die Türkei besteht nicht nur aus Istanbul oder Ankara". Dieser Teil der Reise hatte in Ankara bereits während der Planung der für 2003 vorgesehenen Visite Verwirrung ausgelöst. Der ursprüngliche Besuch wurde schließlich abgesagt. Wenig später wurde Calmy-Rey nach einem Treffen mit einem kurdischen Delegierten während einer Konferenz in Lausanne von den türkischen Behörden beschuldigt, sich einseitig für die kurdische Sache einzusetzen. (APA/sda)