Foto: Bet-at-Home/Österreichischer Werberat

Wien - Der Österreichische Werberat fordert im Fall des Bet-at-Home-Werbesujets "French Open Lovers" den sofortigen Stopp der Kampagne beziehungsweise einen sofortigen Sujetwechsel. Auf Online-Sujet sieht man den Hinterkopf einer Frau, die vor der geöffneten Hose eines Mannes kniet.

Eine knappe Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen sieht darin eine Verletzung des Ethikkodex der Werbewirtschaft, vor allem des Artikels 2.1 "Geschlechterdiskriminierende Werbung" und des Artikels 1.2 "Ethik und Moral".

Menschliche Würde ist zu achten

Artikel 2.1 besagt unter anderem, dass geschlechterdiskriminierende Werbung gegeben sei, "wenn die Person in rein sexualisierter Funktion als Blickfang dargestellt wird, insbesondere dürfen keine bildlichen Darstellungen von nackten weiblichen oder männlichen Körpern ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt verwendet werden".

In Artikel 1.2 heißt es unter anderem: "Werbung hat die menschliche Würde und Unversehrtheit der Person zu achten und darf diese nicht verletzten."

Keinerlei Zusammenhang mit Tennisturnier

Die Art der Darstellung, die mit einer eindeutigen Zweideutigkeit des Begriffs "French Lovers" spielt, sei als sexistisch einzustufen. Die Frau werde abwertend dargestellt und diene ausschließlich als Blickfang. Darüber hinaus stehe die Darstellung in keinerlei Zusammenhang mit dem beworbenen Tennisturnier. (hein, derStandard.at, 13.6.2014)