Mit dem Cactus betont Citroën, dass Nonkonformität nicht abgeschrieben ist. Sparsame Motoren gibt's obendrein. Weiters: neuer C1

"Dieses Auto ist unser Manifest für die neue Zeit." Vor Beginn der Testfahrten um und in Amsterdam stellt Citroën zunächst einmal klar, in welchem mobilitätsideologischen Umfeld man den C4 Cactus verortet wissen will.

foto: Citroën

Das Projekt Avantgarde und Nonkonformismus zieht sich bekanntlich durch lange Etappen der Firmenhistorie, es brach den Franzosen weiland fast das Genick. Entsprechend penibel kostenrechnerisch durchkalkuliert ist dieser heutige Versuch, innerhalb besagter Tradition plausibel an das Thema der Andersheit anzuknüpfen.

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Das geschieht weniger auf technischer Seite – dass man mit sparsamen Downsizing-Motoren den Verbrauch im Griff hat, darf man bei Citroën voraussetzen (dass der Cactus also nur selten gegossen werden muss, um im Bilde zu bleiben) – als vielmehr konzeptuell.

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Das eigentlich Spannende nämlich, das, womit dieses Au to wirklich einen Stich macht, ist dieser Wohnungswechselaspekt. Was kommt man bei so einer Gelegenheit doch drauf, wie viel unnötiges Zeugs sich im Lauf der Jahre angesammelt hat.

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Im Cactus-Lastenheft stand womöglich: werft alles raus, was entbehrlich scheint.

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Das taten die Ingenieure mit Hingabe. Resultat: 200 kg leichter als der C4. Weil die technische Basis die schlankere C3-Plattform war und nicht die vom C4, bei den verwendeten Materialien auf intelligenten Leichtbau gesetzt wurde und überhaupt jedes Detail nur dann durchging, wenn es gewogen und für leicht befunden ward.

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Ein wendiges, sparsames "Auto zum Verlieben" sollte dabei rauskommen, "frisch, frech, mit verschmitztem Blick". Und wie fährt er sich, der Cactus? Wie von einem Citroën zu erwarten: komfortabel.

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Der Cactus ist kein 2CV, aber ein vielseitig begabtes, erfreulich originelles Mobil. Originell? Zum Beispiel: Handschuhfach als von oben zu öffnendes Kofferzitat; lässige Lederschlaufen als Türöffner innen.

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Und diese "Airbumps" als Karosserieschutz außen seitlich, in denen drei Jahre Entwicklungsarbeit und neun Patente stecken.

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Weniger überzeugend hingegen die hohe Ladekante beim Kofferraum.

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Wenig optimal auch: das nicht tiefenverstellbare Lenkrad und die teilweise billig wirkenden Kunststoffe.

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Die zweite Meldung betrifft Kleinwagen: Der C1 ist ab Oktober startklar, und besser als in erster Generation verschleiert er optisch, dass es sich um eineiige Drillinge handelt, weil baugleich mit Peugeot 108 und Toyota Aygo. Zu uns kommt der neue C1 ausschließlich in Faltdach-Version – mit zwei Benzinern: 68 und 82 PS. (Andreas Stockinger, DER STANDARD, 27.6.2014)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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