Detlev Buck, Elyas M'Barek und Christoph Maria Herbst ziehen sich in ihren "Männerhort" zurück.

Foto: Constantin

Das Setting der deutschen Komödie "Männerhort" ist für von Ulrich Seidl sensibilisierte Österreicher doch etwas bizarr: Die drei Protagonisten ziehen sich nämlich ausgerechnet in einen Keller (!) zurück, um ungestört ihrem Männerdasein zu frönen.

Abwarten lautet das anfängliche Gebot. Man will ja nicht zu österreichbezogen sein. Ganz unvoreingenommen beobachtet man dann jedoch, wie ein schlechter Witz von einem noch tieferen buchstäblich untergraben wird.

Kurz und gut - in niveauähnlicher Castingshowsprache ausgedrückt: "Leider nein." Regisseurin Franziska Meyer Price arbeitet mit starren Geschlechterrollen: Die Frauen bleiben den ganzen Film hindurch shoppinggeil, hirn- und berufslos, außerdem latent suizidal, wenn sie nicht befriedigt werden. Die Männerwelt beschränkt sich aufs Biersaufen und Chipsessen. Die spießige Neubausiedlung bleibt ungebrochen spießig. Da kann man nicht einmal im Keller lachen. (lip, DER STANDARD, 2.10.2014)