Das Projekt

Fesch Ding braucht Weile. Im Büro dauerte es mehr als eine Woche, bis die Weizenkörner (Katzengrassamen gehen ebenfalls) schüchtern Halme aus der Erde reckten. Pflege braucht das lebende Grün natürlich auch: besprühen, gut zureden und ab und zu stutzen. Nach dem Einsatz als Osternest kann sich domestiziertes Kleinvieh darüber hermachen. Soll gepresst auch als Gesundheitsdrink taugen.

Weizenkörner aus dem Reformhaus, ca. 1,- Euro für 500 g

5 von 6 Punkten

Foto: Lukas Friesenbichler

Die Wiese

Die Portion Trockenwiese schaut sehr öko aus und raschelt authentisch. Beim Wühlen meldet sich die schlummernde botanische Neugier: Ist das da eine Kriech-Quecke? Getrübt wird der Drapier-Spaß von einer heftigen Staubwolke. Wen die Trockenerde in der Luft nicht abschreckt, der wird Gefallen am Deko-Heu finden. Ist aber nichts für unverpacktes Süßes, das steht auch drauf.

Ostergras Heu natur, z. B. bei Baumax, 0,99 Euro

2 von 6 Punkten

Foto: Lukas Friesenbichler

Der Klassiker

Nicht nur das obige Anzuchtprojekt und das Heu machen Mist. Auch das gefärbte Papiergras fusselt ziemlich. Dafür lässt es sich perfekt teilen, umschichten und aufhäufen. Der bewährte Klassiker macht seinen Job noch immer gut, obwohl es nicht die nachhaltigste Variante ist. Es lässt sich aber mindestens noch eine weitere Saison verwenden, wenn in der Aufheblade noch Platz ist.

Ostergras aus Papier, z. B. bei Libro, 0,89 Euro

5 von 6 Punkten

Foto: Lukas Friesenbichler

Das "Genießbare"

Das Essbare unter den Testobjekten kann mit diesem Startvorteil leider nicht punkten. Der Geschmack erinnert an Kinderzahnpasta. Weil die Oster-Deko aus steifen Oblaten gemacht ist, lassen sich die Halme auch kaum entwirren, was das Platzieren österlicher Beigaben wie Schokohasen erschwert. Einen Punkt gibt es dafür, dass Kinder wohl wenigstens mit Spaß davon kosten.

Essbares Ostergras, z. B. bei Hofer, 0,89 Euro

1 von 6 Punkten

Foto: Lukas Friesenbichler

Das Schafkleid

Dass man es hier mit einem Naturprodukt zu tun hat, erschnüffelt die Nase gleich nach dem Öffnen der Verpackung. Die tierische Duftnote verfliegt aber nach ein paar Tagen - zumindest zum Großteil. Die pflanzen-gefärbte Schafwolle lässt sich gut zurechtzupfen und macht als einziges Testprodukt gar keinen Mist. Es dient aber eher als Unterlage, nicht als Versteck für Kleinigkeiten.

Ostergras aus Schafwolle von der Wollmanufaktur Filges, z.B. bei Denns, 2,99 Euro

4 von 6 Punkten

Foto: Lukas Friesenbichler

Das Störrische

Das Testheu aus Holzwolle ist ziemlich störrisch und macht Mühe beim Drapieren. Erst nach beharrlichem Umherwühlen lässt es sich zähmen. Mist macht es auch, dafür scheint es unverwüstlich. Könnte durchaus mehrere Ostersaisonen überstehen.

Ostergras aus Holzwolle von Kuwopa, z.B. bei Spar, ca. 1,30 Euro

3 von 6 Punkten

(Marietta Adenberger, Rondo, DER STANDARD, 27.3.2015)

Foto: Lukas Friesenbichler