In Norwegen daheim und großgewachsen: "Trollhunter" bringt ein Wiedersehen mit Mythenwesen.

Foto: Filmmuseum

Davon, dass es sich bitter rächen kann, Ausgeschlossene zu ignorieren, wusste der Horrorfilm schon immer effektvoll zu erzählen. Im Österreichischen Filmmuseum wird diese Genreeigenart nun bei einem Symposium samt Filmschau (Kurator: Drehli Robnik) bis 6. April politisch genauer bestimmt.

Unter dem schönen Titel Schengener Schrecken - Euro-Horror heute werden 15 europäische Arbeiten präsentiert - vom Autorenfilm über den Experimentalfilm bis zum Genreteil - und deren fantastische Szenarien als Allegorien auf gegenwärtige Lebens- und Machtverhältnisse gelesen. Als Grundlagen dienen beispielsweise Neil Marshalls The Descent, in dem eine Gruppe von Höhlenwanderern Bekanntschaft mit "Einheimischen" macht und der dabei virtuos mit dem Unsichtbaren spielt. Oder Christian Petzolds Yella, in dem Nina Hoss im gespenstischen Businesshotel logiert.

Reisende und Eindringlinge liegen, wo Schengen auf der Packung steht und es um eingegrenzte Territorien geht, natürlich nahe, aber auch Mutanten und archaische Mythenwesen wie Trolle sind in diesem Kino äußerst präsent. In André Øvredals Trolljegeren (Trollhunter) treten die Riesen etwa in einer Mockumentary auf.

Die dazugehörige Tagung findet von 27.-28. 3 statt und sucht im Ausnahmezustand, in Genregespenstern und Körperbildern nach dem Ausdruck (verdrängter) Ängste, die auf diesem Kontinent so zahlreich wie die jeweiligen Länder sind. (kam, DER STANDARD, 27.3.2015)