Sie sind die schnellsten, stärksten, exklusivsten und teuersten Autos, in den Augen vieler sind sie auch die schönsten. Sie sind die automobile Luxusklasse, mit zwei Reifen schon auf der Rennpiste - die Supersportwa- gen. Das Ass im Ärmel beim Autoquartett, die Projektionsflächen von Bubenträumen, die lange bis ins Erwachsenenalter andauern. Für die Autofirmen sind sie experimentelles Spielfeld und wichtigster Imageträger, das Transportband zur Serienentwicklung gleichermaßen wie zur Mythenbildung.

Nicht alle eignen sich auch tatsächlich für den Straßeneinsatz, manche Modelle werden explizit für den Kundenrennsport gebaut, wie etwa der Aston Martin Vulcan, ein Auto für die Reichen und Schnellen. Sieben Liter Hubraum, zwölf Zylinder und 800 PS. Er darf gar nicht auf öffentliche Straßen. Ähnlich wie beim Kundenmotorsport-Programm von Ferrari und McLaren dürfen die Besitzer den Vulcan nur unter Aufsicht und Betreuung von Aston Martin auf der Rennstrecke bewegen. Dieser Aston Martin ist auf 24 Einheiten limitiert und von der FIA abgesegnet. Ausgeliefert wird 2015, das betreute Fahren beginnt 2016.

Foto: Aston Martin

Der Mercedes AMG GT3 löst den SLS GT3 ab und wird ebenfalls im Rennsport zum Einsatz kommen. Das AMG-Kundensport-Team konnte seit 2011 mehr als 80 Fahrzeuge des Vorgängers verkaufen, und es gab kaum ein Langstreckenrennen, das man nicht gewann.

Foto: Mercedes

Zivil wie auf der Rennstrecke nutzbar ist der Porsche 911 GT3 RS, er leistet exakt 500 PS und beschleunigt in 3,3 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits der 300 km/h.

Foto: Porsche

Derweil nur auf der Rennstrecke unterwegs ist ein BMW M4 - und zwar als Safety-Car beim MotoGP, in der Königsklasse der Motorradrennen. BMW deutet mit dem Rotlicht-Coupé ebenfalls eine Rennserie für Kunden an. Der Dreiliter-Sechszylinder leistet von Haus aus 431 PS, was einen Spurt von null auf 100 in 4,3 Sekunden ermöglicht.

Foto: BMW

Noch schneller ist der McLaren 675LT unterwegs. Die Stärke des Motors versteckt McLaren im Modellnamen: 675 PS. Das Kürzel "LT" steht für "Longtail", damit lässt der Supersportwagen Erinnerungen an die McLaren-Rennsporttradition anklingen. McLaren hat 1995 mit einem "Langheck", der allerdings F1 GTR hieß, überraschend die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. Der aktuelle 675LT ist das leistungsstärkste und schnellste Exemplar der Modellfamilie "Super Series". Er hat ein Trockengewicht von 1230 Kilogramm. Mit einem Leistungsgewicht von rund 1,5 PS je Kilogramm dürfte der Doppelturbo zu den schnellsten Fahrzeugen auf der Straße gehören. Damit sollte der LT von McLaren nicht mit dem Kleintransporter von Volkswagen zu verwechseln sein, der das Kürzel für "Lasten-Transporter" trug. Für den McLaren wären 309.750 Euro brutto fällig, die Produktion ist auf 500 Exemplare limitiert.

Foto: McLaren

Ein Haucherl teurer ist der aktuelle Ford GT, der im dritten Quartal 2016 für rund 400.000 US-Dollar auf den Markt kommen soll. Das über 600 PS starke Retro-Geschoß wird damit preislich auf einer Höhe mit dem Lamborghini Aventador liegen. Der Ford GT wird eine jährliche Auflage von 250 Stück haben, maximal 1000 Exemplare sollen produziert werden. Das Urgestein Ford GT40, der legendäre Sieger der 24 Stunden von Le Mans, kam zwischen 1964 und 1968 lediglich auf eine Stückzahl von 134 Fahrzeugen.

Foto: Ford

Im Verhältnis dazu ist der Porsche Cayman GT4 ein Massenfahrzeug - und dennoch ein Geheimtipp unter den Porsche-Fans. Der GT4 leistet 385 PS aus einem Boxer-Aggregat mit sechs Zylindern und 3,8 Liter Hubraum. In Verbindung mit dem vergleichsweise niedrigen Gewicht (1340 kg) ergeben sich stramme Fahrleistungen: Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 295 km/h, der Spurt von null auf 100 km/h ginge in 4,4 Sekunden. Geschaltet wird per Hand, der GT4 wird ausschließlich mit manuellem Sechsgang-Getriebe geliefert.

Foto: Porsche

Den klingendsten Namen hat nach wie vor Ferrari, mit dem 488 GTB legen die Italiener die Latte für Supersportwagen wieder ein Stück höher. Der V8-Turbo mit 3,902 Liter Hubraum leistet 670 PS und stellt sein maximales Drehmoment von 760 Nm schon ab 3000 Touren voll zur Verfügung.

Foto: Ferrari

Mit einem luxuriösen Sportwagen gibt Bentley einen Hinweis auf eine mögliche neue Baureihe: Das Konzeptauto EXP 10 Speed 6 könnte sich als künftiges Serienmodell neben dem Continental GT einordnen, würde aber als zweisitziger Sportwagen deutlich leichter und wohl auch leistungsstärker sein. Angetrieben werden soll der Brite von einem noch nicht näher beschriebenen Hybridsystem. (Michael Völker, DER STANDARD Rondomobil, 11.4.2015)

Foto: Bentley