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Die Vereinigten Emirate führen die Orderlisten für den Airbus A380 an..

Foto: ap/Tony Gutierrez

Toulouse - Airbus-Chef Fabrice Bregier führt die raren Bestellungen für sein Großraumflugzeug A380 auf eine Fehleinschätzung des Konzerns zurück. "Das Flugzeug wurde wahrscheinlich zehn Jahre zu früh eingeführt", sagte der Chef der Verkehrsflugzeugsparte der Airbus Group der französischen Tageszeitung "Les Echos".

Der Markt habe sich nicht so entwickelt wie erwartet, so Bregier, der seit 2012 an der Spitze des Unternehmens steht. Vor allem die Krisenjahre 2008 und 2009 hätten kaum eine Branche weltweit verschont. Dennoch ortet er Aufwind: Der Flugverkehr habe im vergangenen Jahr um sechs Prozent zugelegt - ein Trend, der laut Bregier auch heuer anhalten sollte.

Sparsamere Neuauflage

Die Entscheidung über eine Neuauflage A380neo mit sparsameren Triebwerken schob Bregier weiter in die Zukunft. "Langfristig werden wir die Frage nach einer besseren Leistung des Flugzeugs bei Aerodynamik und Triebwerken stellen", sagte der Manager. Vorerst gebe es jedoch Lösungen, die doppelstöckige Maschine mit dem Einbau von mehr Sitzen wirtschaftlicher für Fluggesellschaften zu machen, ohne den Komfort für die Passagiere einzuschränken.

Vor allem Großkunde Emirates, der mit 140 Maschinen fast für die Hälfte aller Bestellungen für das Modell verantwortlich zeichnet, hatte Airbus mehrfach aufgefordert, eine Version mit moderneren Triebwerken anzubieten. Bregier will aber erst sicher sein, dass sich die Sache für den Flugzeugbauer rechnet. Er habe keine Absicht, umsonst Geld zu investieren. Einem Brancheninsider zufolge müssten Bestellungen für 250 Exemplare des vierstrahligen Flugzeugs zusammenkommen, damit sich die Entwicklung für einen Triebwerksbauer rechnet. Für die herkömmliche A380 hat Airbus seit Modellstart 317 Bestellungen erhalten. Im laufenden Jahr soll die Produktion erstmals keine Verluste mehr schreiben. (APA/red, 13.4.2015)