Innsbruck/München - Im Fall eines in seinem Schrebergarten getöteten 59-jährigen Innsbruckers ist der tatverdächtige 44-Jährige am frühen Donnerstagabend in München festgenommen worden. Dies teilte das Tiroler Landeskriminalamt am Freitag mit. Der 44-Jährige habe bei der Festnahme durch das Mobile Einsatzkommando Südbayern (MEK) keinen Widerstand geleistet.

Der Mann, nach dem mit einem Europäischen Haftbefehl gefahndet worden war, wurde in der Nähe einer Pension in München-Ramersdorf festgenommen. In der Pension habe er auch gewohnt. Wie lange er bereits dort aufhältig war, wisse man nicht, sagte der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamts, Christoph Hundertpfund. Er dürfte zum Zeitpunkt der Festnahme nicht bewaffnet gewesen sein. Das von ihm benützte und in Bozen veruntreute Fahrzeug wurde ebenfalls in der Nähe der Pension sichergestellt.

"Dem Verdächtigen wurde ein Anruf bei einer Bank in Italien zum Verhängnis", erklärte Hundertpfund. Diese habe er mit dem Handy einer anderen Person von München aus angerufen: "Er hat sehr konspirativ agiert." Durch das Gespräch seien die Ermittler auf die Spur des Gesuchten gekommen.

Der 44-Jährige habe unmittelbar nach der Festnahme "nichts zur Sache" sagen wollen. Die Befragung werde nach seiner Auslieferung nach Österreich aufgenommen. Wann er ausgeliefert werde, könne man derzeit noch nicht sagen. Derzeit befindet er sich in Gewahrsam der Justiz in München.

Weiter unauffindbar blieb laut Hundertpfund die Tatwaffe, nach der mehrmals im Schrebergartenareal gesucht worden war. Eine Obduktion hatte ergeben, dass das 59-jährige Opfer durch mehrere heftige Schläge auf den Kopf getötet worden war. Unklar war nach wie vor, mit welchem Gegenstand der Innsbrucker erschlagen wurde.

Seit Ende März hatten die Kriminalisten nach dem Mann gesucht, der nach einer Feier in seinem Schrebergarten spurlos verschwunden war. Die Leiche wurde schließlich am 16. April von einem Kameramann gefunden, der mit dem Sohn des Vermissten für "ATV-Aktuell" in dem Schrebergarten filmte.

Warum die im Schrebergarten vergrabene Leiche trotz mehrfacher Suche von Spürhunden nicht entdeckt worden war, blieb weiter ein Rätsel. Bei der ersten Suche Ende März lag jedenfalls noch Schnee. Möglicherweise habe ein Tier in den warmen Tagen vor dem Fund der Leiche einen Teil der Decke ausgegraben, mit der der Tote bedeckt war, hatte es bisher seitens des LKA geheißen. (APA, 24.4.2015)