Joseph Schleifstein, vier-jährig im KZ Buchenwald.


Foto: USHMM

Einer der zentralen Filme über den Holocaust, Alain Resnais’ Nacht und Nebel (1955), reflektiert bereits die Frage, inwieweit sich der Terror der Konzentrationslager via Bilder vermitteln lässt. Bis heute gilt die Darstellbarkeit als Problem. Demgegenüber stellt die Tagung Liberation Footage – Atrocity Pictures des IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften) mit Offenheit neue Fragen: Es sei an der Zeit, das Bilderverbot zu hinterfragen, historisches Material – "offiziellen" und von Amateuren – genauer zu erforschen. Was wurde in den Lagern gesehen? Was konnte nicht gezeigt werden?

Bereits begonnen hat die begleitende Schau im Filmmuseum, Bilder der Befreiung, die zum Großteil nie in Österreich gezeigte Arbeiten (mitsamt Einführungen) präsentiert, die unmittelbar nach der Befreiung gedreht wurden. Es handelt sich um Filme, die einer Öffentlichkeit nur eingeschränkt zugänglich gemacht wurden und nun etwa helfen können, das Wissen um Abbildbarkeit und Funktionsweise der Lager zu erweitern. (kam, DER STANDARD, 5.5.2015)