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Im Salzburger Karussell.

Foto: APA/Gindl

Salzburg/Wien - Es war wohl schon zu lange ruhig in Salzburg, dafür knallt es jetzt gewaltig: Adi Hütter ist nicht mehr länger Trainer des österreichischen Fußballmeisters. Auffassungsunterschiede zur Kaderplanung und den sportlichen Gegebenheiten sollen den Ausschlag für die einvernehmliche Trennung gegeben haben. Der 45-Jährige war damit nur ein Jahr tätig.

Hütter hatte erst im vergangenen Sommer die Nachfolge des zu Bayer Leverkusen abgewanderten Deutschen Roger Schmidt angetreten, sein Vertrag wäre noch bis Ende kommender Saison gelaufen. Die Nachfolgefrage ist offen, ein neuer Trainer soll aber bis zum Trainingsstart am 27. Juni gefunden werden.

Garcia als möglicher Nachfolger

Laut spanischen Medienberichten soll der ehemalige Barcelona-Stürmer Oscar Garcia ein Angebot von Salzburg vorliegen haben. Der 42-jährige Spanier sammelte als Trainer u.a. beim israelischen Verein Maccabi Tel Aviv sowie den englischen Clubs Brighton & Hove Albion und FC Watford Erfahrungen.

Die Entscheidung zur Trennung mit Hütter fiel wohl vor allem aufgrund von Auffassungsunterschieden, was die Kaderplanung betrifft. "Nach eingehenden und intensiven Gesprächen, die wir sehr respektvoll sowie ganz offen und ehrlich geführt haben, sind wir gemeinsam und einvernehmlich zur Entscheidung gelangt, anhand der unterschiedlichen zukünftigen Zielsetzungen ab sofort getrennte Wege zu gehen", sagte Salzburgs General Manager Jochen Sauer.

Und Hütter wurde in der Vereinsaussendung so zitiert: "Nach mehreren offenen, guten und intensiven Gesprächen, sind wir gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, getrennte Wege zu gehen. Nach einem sehr erfolgreichen Jahr kann ich mich mit einem guten Gefühl von Red Bull Salzburg verabschieden."

Umbruch

Die Salzburger hatten schon im Laufe der vergangenen Saison mit Sadio Mane, Alan und Kevin Kampl wichtige Stützen verloren. Nun folgte durch die Abgänge von Andre Ramalho, Peter Gulacsi, Stefan Ilsanker und voraussichtlich auch Marcel Sabitzer ein weiterer Aderlass. Geholt wurden aber bisher nur Grödigs Goalie Cican Stankovic und Rieds Stefan Lainer.

"Der Kader wird sich in diesem Sommer wieder verändern. Es werden immer neue Spieler eingebaut und entwickelt. Dauerhaft Aufbau- und Ausbildungsarbeit zu leisten, erfordert ein hohes Maß an Identifikation mit dieser Aufgabe, die obendrein bei uns auch mit einer sehr großen Erwartungshaltung gepaart ist. Gegenseitiges, uneingeschränktes Verständnis und Commitment in Bezug auf die gemeinsamen Ziele, sind dabei eine unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit", sagte Salzburgs Sportlicher Leiter Christoph Freund.

Das war's

Hütter kann jedenfalls auf ein äußerst erfolgreiches Jahr in Salzburg zurückblicken. Die "Bullen" verfehlten zwar durch das Aus gegen Malmö FF einmal mehr das angepeilte große Ziel Champions League, schafften es dafür aber in der Europa League nach einem fixierten Torrekord in der Gruppenphase ins Sechzehntelfinale, wo gegen den spanischen Topclub Villarreal Endstation war.

National gelang der Titel mit sechs Punkten Vorsprung auf Rapid sowie der Cupsieg mit einem 2:0-Finalerfolg in der Verlängerung gegen die Wiener Austria.

In den Spuren

Deshalb stand Hütter auch aus sportlicher Sicht nicht zur Diskussion. "Wir haben mit der Verteidigung des Doubles etwas Großartiges geschafft und sind damit erst der dritte Verein, dem das in Österreich gelungen ist. Die entsprechende Analyse fiel aufgrund der erreichten Ziele verhältnismäßig kurz aus, da wir unseren Fokus voll auf die Planung und Ausrichtung der neuen Saison gelegt haben", sagte Sauer.

Ganz überraschend kam das Ende von Hütter nicht. Der Ex-Altach-Trainer hatte auch nach dem fixierten Double-Gewinn darauf verzichtet, seinen Verbleib in Salzburg zu bestätigen. In Pressekonferenzen hatte er zudem angedeutet, dass er einen Karriereplan im Kopf habe, ihn die deutsche Liga sehr reize. Seine Vorgänger als Liga-Meistertrainer Peter Stöger (Austria/2013/FC Köln) und Schmidt haben ja den Sprung in die Liga des Weltmeisters geschafft. Vielleicht schafft auch der 45-jährige Vorarlberger einen ähnlichen Aufstieg. (red, APA, 15.6.2015)