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FPÖ-Chef Strache verärgert Medizinstudenten.

Foto: Reuters/Foeger

Der FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache hat mit einem Facebook-Posting zahlreiche Medizinstudenten verärgert. In einer Statusmeldung solidarisierte sich der freiheitliche Klubobmann mit jenen Wiener Spitalsärzten, die vergangene Woche einen Streikbeschluss gefasst hatten. "Kein Wunder, dass wir auf einen Ärztenotstand hinsteuern", so Strache, "immer mehr Jungärzte gehen in das Ausland, wo sie wesentlich bessere Rahmenbedingungen vorfinden." Eine junge Medizinstudentin protestierte daraufhin im Kommentarfeld der Statusmeldung gegen Straches Vereinnahmung der Ärzte.

Studentin protestiert gegen Vereinnahmung

"Wagen Sie es ja nicht, hier ungebeten für meinesgleichen zu sprechen", schrieb die Studentin, laut der Straches "von Gewalt und Aggressivität geladenen Kommentare" dem österreichischen Gesundheitssystem nicht weiterhülfen. "Vielmehr sind Ihre menschenverachtende Politik und täglichen Hasstiraden der Grund, warum ein Abwandern in Länder (…) sehr reizvoll erscheint." Abschließend forderte sie Strache auf, im Wahlkampf nicht auf dem Rücken von Menschen in Sozialberufen zu kampagnisieren.

Kommentar gelöscht, dann ganzes Posting

Die Reaktion: Der Eintrag der Studentin verschwand, sie wurde laut "Kurier" von Straches Pinnwand ausgesperrt. Daraufhin forderte sie ihre Kommilitonen dazu auf, ihren Kommentar erneut auf Straches Seite zu posten. Das geschah mehr als 800-mal, daraufhin ließ Strache laut Ö24 "den gesamten Eintrag samt Protest dann entnervt löschen". Dass auf der Seite des FPÖ-Chefs Kritik oft zum Löschen und zu Blockaden führt, enthüllte vergangenes Jahr die Initiative Heimat ohne Hass. So sollen Beiträge, die das Wort "Strache" enthalten, automatisch ausgefiltert werden. (fsc, 29.6.2015)