Eine Gruppe von Ameisen will einen fetten Happen ins Nest bringen – doch sie ist in die falsche Richtung unterwegs. Etwa nach sechs Sekunden eilt eine weitere Ameise herbei und schafft es, die Artgenossen auf den korrekten Weg zu dirigieren.
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Rehovot – Cheerios eignen sich nicht nur als Frühstück, sondern auch für Experimente mit Ameisen. Für die Insekten ist die Größe der Ringe aus Hafer eine echte Herausforderung: Nur mehrere Ameisen können ein Cheerio gemeinsam in den Bau schleppen. Forscher des Weizmann-Instituts in Israel haben nun beobachtet, wie der Trupp sein Ziel findet: Er wird von Kundschafterameisen kenntnisreich dirigiert, berichten die Wissenschafter im Fachblatt "Nature Communications".

Je mehr Träger beteiligt sind, umso langsamer geht es voran. Hier schleppen sich über 120 Individuen ab.
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Um effizient voran zu kommen, bedarf es beim gemeinsamen Transport großer Gegenstände eines hohen Grades an Koordination der kollektiven Bewegung. Die Wissenschafter konnten bei ihren Experimenten mit Ameisen der Spezies (Paratrechina longicornis) feststellen, dass die Transportgeschwindigkeit sperriger Dinge von der Gesamtzahl aller an der Schlepperei beteiligt Individuen abhängt. Die Richtung, die die Insekten beim kollektiven Tragen einschlagen, wird dagegen von einzelnen Ameisen bestimmt, die genau wissen, wo das Nest liegt. (red, 29.7.2015)