Bild nicht mehr verfügbar.

Der Wiener Gastronom Heinz Pollischansky tritt als vorerst einziger öffentlich bekannter Vertreter der Liste "WWW – Wir wollen Wahlfreiheit" bei der Wien-Wahl an.

Foto: APA / Herbert Pfarrhofer

Wien – Heinz Pollischansky hat vergangene Woche am Rande einer Pressekonferenz des Teams Stronach 15 Minuten mit Parteigründer Frank Stronach gesprochen. "Seither habe ich ihn nicht mehr gesehen", sagt Pollischansky. Diese 15 Minuten haben Pollischansky aber ausgereicht, um die Unterstützung von fünf Nationalratsabgeordneten des Teams Stronach für seine politische Plattform zu bekommen.

Pollischansky reicht seine Kandidatur für die Wien-Wahl ein und stellt sich dem STANDARD vor.
derstandard.at/von usslar

Mit diesen fünf Erklärungen ausgestattet gab der Wiener Szenegastronom am Dienstagvormittag vor dem Amtshaus Floridsdorf seine Kandidatur für die Wien-Wahl am 11. Oktober bekannt. Die Plattform, für die er kandidiert, heißt "WWW – Wir wollen Wahlfreiheit" und tritt "für mehr Demokratie nach Schweizer Vorbild ein", sagte Pollischansky. Politische Inhalte vertrete die Liste nicht. "Der Name unserer Plattform sagt das meiste über uns aus. Wir stehen für mehr Bürgerbeteiligung." Bürger sollten entscheiden können, was zum Thema wird. Die Grenze, ab wann eine geforderte Volksabstimmung verpflichtend werden soll, wollte er aber noch nicht nennen.

Nichtrauchender Kämpfer gegen strenge Rauchergesetze

Einen politischen Aufreger landete Pollischansky – selbst ein Nichtraucher – vor einigen Monaten mit der Forderung nach einer Volksbefragung über das Rauchverbot. Er sammelte mit befreundeten Gastronomen sowie mit Unterstützung der Wirtschaftskammer 300.000 Unterschriften gegen das generelle Rauchverbot in der Gastronomie. Eine "Raucherpartei" sei seine Plattform aber nicht, sagte Pollischansky. Thema könne die Abschaffung des Rauchverbots innerhalb der Liste freilich sehr wohl werden.

Kein Wahlprogramm

Derzeit gibt es von "WWW" weder ein Wahlprogramm noch eine Internetseite oder Ähnliches. Das Wahlprogramm soll laut Pollischansky aber auf einigen wenigen A4-Seiten Platz haben. Weitere Mitstreiter will Spitzenkandidat Pollischansky, der unter anderem Geschäftsführer der Stiegl-Ambulanz im Alten AKH ist, erst "in den kommenden Tagen" bei einer Pressekonferenz vorstellen. Als Farbe der Partei habe er sich für Weiß entschieden. "Es ist das erste Mal, dass man Weiß wählen kann und damit was Vernünftiges wählt."

Fünf Unterschriften ersetzen Sammeln von 1.800

Die Unterstützungsunterschriften von fünf der nur noch sechs verbliebenen Team-Stronach-Nationalratsabgeordneten – Jessi Lintl verließ am Dienstag den Parlamentsklub – ersparten Pollischansky viel Zeit – und Kontakt mit Wiener Bürgern. Denn um überhaupt auf den Stimmzettel bei der Wien-Wahl zu kommen, braucht man auf Landesebene 100 Unterstützungserklärungen in allen 18 Wiener Wahlkreisen – sprich: Wien-weit 1.800 Unterschriften. Bei einem Antritt auf Bezirksebene sind 50 Unterschriften in allen 23 Wiener Bezirken nötig.

Harte politische Arbeit erspart

Diese harte politische Basisarbeit blieb Pollischansky mit der Unterstützung durch das Team Stronach – das selbst nicht bei der Wien-Wahl antritt – erspart. Kritik an dieser Vorgehensweise wischt Pollischansky beiseite. "Unter den Bürgern Wiens habe ich mir moralische Unterstützung geholt", sagt Pollischansky. Eine politische Kooperation mit dem Team Stronach gebe es aber ebenso wenig wie einen finanziellen Zuschuss durch Parteigründer Frank Stronach.

Pressesprecher der Liste ist Wiens BZÖ-Landesparteiobmann Dietmar Schwingenschrot. Dieser würde sich als Privatmann engagieren, sagt Pollischansky. Mit dem BZÖ, das auch nicht bei der Wien-Wahl antreten wird, gebe es ebenfalls keine politische Zusammenarbeit.

"Das wird der billigste Wahlkampf einer wahlwerbenden Gruppierung werden, den Wien je gesehen hat", verspricht Pollischansky. Es werde keine Plakatwerbungen geben, Pollischansky setzt auf Medienberichterstattung, Mundpropaganda und Flugzettel. Wahlziel ist der Einzug in den Gemeinderat. (David Krutzler, Video: Maria von Usslar, 11.8.2015)